Schachclub Villingen e.V. Info IV / 2002

 

Der Mannschaftsführer hat das Wort

Was sich schon im Frühjahr bei den Villinger Erfolgen im Pokal und bei der Blitzmeisterschaft gegen Donaueschingen andeutete, wurde am 3.11.2002 endlich wahr. Villingen I gelang im Landesliga-Mannschaftskampf der langersehnte Sieg über Donaueschingen I. Damit wurde die Tür zum Aufstieg in die Verbandsliga Südbaden weit aufgestoßen.

Hervorzuheben ist der souveräne Sieg von Vadim Höhn über den Donaueschinger Spitzenspieler Jörg Schlenker (DWZ 2245), aber insgesamt ermöglichten Gewinnpartien von Klostermann, Rösch und Gentner sowie das Remis von Bittner dieses glänzende Ergebnis. Villingen steht jetzt nach vier Runden ungeschlagen mit 8:0 Punkten und 22 Brettpunkten an der Spitze der Landesliga. Doch noch ist der Aufstieg nicht perfekt, wie das mühsam und glücklich zustandegekommene 5:3 gegen Bräunlingen beweist.

Alle Mitglieder des Schachclubs Villingen wünschen der ersten Mannschaft weiterhin viel Erfolg!

Anton Rösch, Mannschaftsführer von Villingen I

Die guten Worte von Anton Rösch für die erste Mannschaft darf man sicher ergänzen mit den besten Wünschen für ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches und friedliches Neues Jahr an alle Mitglieder des SCV und ihre Familien. Bleiben Sie gesund und bewahren Sie sich die Freude am Schach!

Ergebnisse

Landesliga                                       Bezirksklasse
Villingen I - Radolfzell 6,5:1,5               Villingen II - Überlingen 4,0:4,0
Donaueschingen I - Villingen I 3,5:4,5   Villingen II - Furtwangen 4,0:4,0
Villingen I - Gottmadingen II 6,0:2,0      Villingen II - Singen II 4,5:3,5
Bräunlingen I - Villingen I 3,0:5,0          Pfullendorf II - Villingen II 3,0:5,0

Das erfreulichste Ereignis war der Sieg unserer ersten Mannschaft über den Titelfavoriten Donaueschingen. Herausragende Einzelleistungen und sicher auch ein Quentchen Glück verhalfen zu diesem Erfolg, der den Aufstieg in die Verbandsliga möglich machen sollte. Villingen II steht hinter Königsfeld und Furtwangen-Vöhrenbach auf dem 3. Platz, hat aber mit Königsfeld und St. Georgen noch mindestens zwei schwere Gegner vor sich.

Bezirks-Mannschafts-Pokal

Zunächst eine Berichtigung: Villingen II schlug Donaueschingen II nicht 2,5:1,5, sondern unterlag mit exakt diesem Ergebnis, weil die Partie von Michele d´Acunto als verloren gewertet wurde - er war dem Verband nicht als Spieler gemeldet worden. Damit schied Villingen II aus dem Pokalwettbewerb aus, ebenso Villingen I nach 1:3 gegen Bräunlingen.

Senioren
Villingen I - Villingen II 3,5:0,5
Villingen I - Bad Dürrheim 4,0:0,0     Villingen II - Königsfeld 0,5:3,5
Königsfeld - Villingen I 1,5:2,5          Donaueschingen - Villingen II 3,0:1,0
Villingen I - Donaueschingen 3,0:1,0 Villingen II - St. Georgen 1,0:3,0

Villingen I führt die Tabelle an, gefolgt von St. Georgen. Damit kommt es zum spannenden Finale in St. Georgen im Januar, bei dem uns schon ein Unentschieden die Meisterschaft im Bezirk sichern würde.

Vereinsmeisterschaft

Nach der dritten Runde führen Klostermann und Rösch gemeinsam die Tabelle mit 2,5 Punkten an, dicht gefolgt von Gentner, Dittmar, Burggraf, Siegert, d´Acunto und Metzger mit je 2 Punkten.

Stadtmeisterschaft

Es hätte wieder ein Familientreffen der Schachspieler aus der Doppelstadt werden können, wenn die Schwenninger etwas zahlreicher gekommen wären. Nur Vorstand Walter Strobel mit seinem Vereinskameraden Michine getraute sich nach Villingen, wo am 17.11.2002 die Stadtmeisterschaft im Schach ausgetragen wurde, an der sich neben 11 Villinger Vereinsspielern auch Mitglieder der Schachvereine von Bad Dürrheim, Donaueschingen und Königsfeld beteiligten, die in Villingen wohnen und somit startberechtigt waren.

Jörg Schlenker vom SK Donaueschingen galt als hoher Favorit, bis er in der vierten Runde auf Dietmar Klostermann traf, der ihn in einer kombinationsreichen Partie besiegte und auch in den folgenden Runden keinen Punkt mehr abgab, so daß er mit sieben Punkten aus sieben Partien unangefochten Stadtmeister wurde. Klostermann hat damit nach 1998 und 1999 bereits zum dritten Mal den Titel gewonnen. Zweiter wurde Schlenker, dritter Anton Rösch.

Rudolf Thiemke ehrte den Sieger mit der Übergabe des Pokals, konnte aber auch zahlreiche Sachpreise verteilen, so daß keiner leer ausging.

Die nächsten Termine

Landesliga                                      Bezirksklasse
19.01.2003 Villingen I - Konstanz III     18.01.2003 St. Georgen - Villingen II
09.02.2003 Pfullendorf I - Villingen I      08.02.2003 Furtwangen II - Villingen II
16.03.2003 Villingen I - Singen I           15.03.2003 Villingen II - Königsfeld I
06.04.2003 Engen II - Villingen I           05.04.2003 Villingen II - Gaienhofen I
04.05.2003 Villingen I - Neustadt I        03.05.2003 Meßkirch - Villingen II

Vereinsturnier

Vereins-Blitz

Vereinspokal

Senioren

10.1.2003

20.12.2002

3.1.2003

15.1.2003

21.2.2003

31.1.2003

14.2.2003

 

21.3.2003

28.2.2003

7.3.2003

 

11.4.2003

 

28.3.2003

 

9.5.2003

 

 

 

Jugendschach

Die offene Jugendmeisterschaft am 30.11. gewann der 11-jährige Benjamin Birkenberger vor dem 12-jährigen Jonas Hayer und den Gebrüdern Heimers. Bei den Jugendlichen unter 16 Jahren verteidigte Florian Geißer seinen Titel gegen Vadim Hahn. Rudolf Thiemke überreichte Urkunden und Preise und hofft für das nächste Jahr auf größere Beteiligung.

An der Haslachschule besuchen fünf Kinder das Schachtraining für Fortgeschrittene, 11 Kinder wollen das Bauerndiplom erwerben. Mit großer Begeisterung führten 32 Mädchen und Jungen der Schule am 10.11.2002 beim Tag der Jugendhilfe im Landratsamt ein lebendes Schachspiel auf. Dabei wurde die "Immergrüne Partie" von A. Anderssen gegen J. Dufresne, gespielt 1852 in Berlin, von Schulschachwart Reiner Kurt und Anton Bachl "dirigiert". Am 8. Januar 2003 werden zwei Vierermannschaften der Haslachschule an den Schulschachmeisterschaften in Königsfeld teilnehmen.

Schachuhren

Die abgebildete Schachuhr wurde von Fattorini & Sons 1887 gebaut und unter anderem beim Internationalen Turnier in Manchester verwendet, wo Siegbert Tarrasch den ersten Preis gewann. Beim Herunterdrücken stoppt die zur Seite geneigte Uhr, weil das Pendel in Schräglage aufhört zu schwingen. Der Hersteller versäumte nicht, in seiner Werbung zu vermerken: "In every case giving the greatest satisfaction". Ich mußte bei diesem Satz an unsere Blitzspieler denken, die so gerne auf die Uhr hauen. Wenn die Uhr dabei laut scheppernd auf die andere Seite kippte, was gäbe das für eine "satisfaction"!

Die Abbildung ist dem Schachmagazin "KARL" entnommen, das vierteljährlich erscheint (www.karlonline.org) und in seiner Ausgabe 02/01 das Schwerpunktthema "Tempo" behandelt. Darin findet sich auch ein Hinweis auf ein 1976 gefertigtes Modell von Fichter "aus dem deutschen Uhrenzentrum Villingen-Schwenningen." Der Schachuhrensammler Manfred Mädler aus Dresden bezeichnet dieses Modell als eine phantastische Uhr, deren schnörkellose Konstruktion an das Bauhaus-Design erinnere und deren Äußeres durch Schlichtheit überzeuge. Nachdem wir im SC Villingen über einige Fichter-Uhren verfügen, die zum Teil allerdings reparaturbedürftig sind (warum wohl?), wissen Sie jetzt wenigstens, auf was Sie demnächst wieder draufhauen können.

Schachtraining mit Dietmar Klostermann (VII) - Spanische Partie

Nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5a6 4.Lxc6 dxc6 5.0-0 gibt es im modernen Abtauschsystem drei Antworten: (I) 5...Lg4, (II) 5...f6 und (III) 5...Se7. (I) 5...Lg4 wurde bereits behandelt.

zu (II) 5...f6:

5... f6 6.d4 exd4 7.Sxd4 c5 Das ist der Themazug, denn Schwarz kommt nach der Verjagung des weißen Zentralspielers zum Damentausch. 8.Sb3 Dxd1 9.Txd1 In dieser Stellung gibt es eine Reihe von schwarzen Entgegnungen:

9... Ld6? Ein schwacher Zug, denn er ermöglicht die gute Antwort 10.Sa5!, die den schwarzen Damenflügel paralysiert. Es droht 11.Sc4 mit Druck auf das Feld d6.

9... Le6? 10.Lf4 Td8 11.Sc3 Lxb3 12.cxb3 Ld6 13.Sd5 mit weißem Vorteil.

9... Lg4 Eine Feinheit, die Ende der siebziger Jahre entdeckt wurde. Natürlich wird der Läufer durch den f-Bauern zurückgeworfen, aber gerade dies ist der Sinn des Läuferausfalls: 10.f3 Le6 11.Le3 (11.f4 c4 12.Sa5? Lc5+ 13.Kf1 Lb6 14.Sxb7 Tb8 15.Sd6+ cxd6 16.Txd6 Lf7 - der Beweis, daß der Tempoverlust f3 Schwarz in Vorteil bringt!) 11...b6 12.a4 Ld6 13.a5 0–0–0 14.Sc3 Kb7 15.e5 Le7 16.Txd8 Lxd8 17.axb6 cxb6 18.Se4 Lxb3 19.Sd6+ Kc6 20.cxb3 Se7 21.Txa6 Sd5 mit Ausgleich (Adorjan - Ivkov).

zu (III) 5...Se7:

Schwarz entwickelt seinen Königsspringer und kann damit nach dem Damenschach auf h5 die Schwäche g6 vermeiden: 5... Se7 6.d4 exd4 7.Sxd4 f6 8.Le3 Sg6 9.Sd2 Ld6 10.Sc4 0–0 11.Dd3 (11.Sxd6 ist schwach, wie die nachstehende Partie zeigt) 11...Se5 12.Sxe5 Lxe5 13.f4 mit leichtem Vorteil für Weiß.

Die Partie zur Theorie: Hort - Portisch

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.Lxc6 dxc6 5.0–0 f6 6.d4 exd4 7.Sxd4 Se7 8.Sc3 Sg6 9.f4 c5 10.Sf3 Dxd1 11.Txd1 Lg4 12.Kf2 Ld6 13.Sd5 Das schwarze Läuferpaar zeigt Wirkung, denn nach 13.h3 Ld7 ist wegen des Druckes auf f4 die Schwächung 14.f5 erzwungen. 13... 0–0–0 14.f5 Se5 15.Lf4 The8 16.h3 Lh5 17.Te1 Lf7 18.Sc3 Sd3+ 19.cxd3 Die Krankheit von Weiß hat sich von e4 nach d3 verlagert. 19... Lxf4 20.Tad1 Td7 21.b3 b5 22.Se2 Ld6 23.Ke3 c4 24.Sc1 Tde7 25.bxc4 bxc4 26.Te2 Ld5 27.Sd2 cxd3 28.Kxd3 Lc6 29.Scb3 Lb5+ 30.Sc4 Td8 31.Sbd2 Lb4+ 32.Kc2 Lxd2 und Weiß gab auf wegen 33.Texd2 La4+. 1-0

Geistlicher Rat

Ein Schachspieler fragte einen Geistlichen, ob es denn eine Sünde sei, wenn er am Sonntag an einem Turnier teilnehme. Der Pfarrer bat um die Formulare seiner Partien. Dann folgte das salomonische Urteil: "So wie Sie in diesem Turnier gespielt haben, ist es eine Sünde - und zwar an jedem Tag der Woche!"

Schachproblem Nr. 14

Matt in zwei Zügen
W: Ka1, De6, Ta4, Tc4, Sa3, Bb4
S: Kb3

Lösung von Nr. 13 aus Info III/2002: 1.Ld5+ Kxd5, Kc5, Kxb5 / Kxc3, Kd3 2.Dc6# / Dd2#. Ausnahmsweise ein Schlüsselzug mit Schachgebot, was in der Regel verpönt ist; dafür bietet die Aufgabe schöne Echomatts.

Zu guter Letzt

Das Spiel ist so notwendig für das menschliche Leben wie das Ausruhen.

Thomas von Aquin, 1225 - 1274

Anton Bachl Weiherstraße 13/2 78050 Villingen-Schwenningen Tel. 07721-4820 anton.bachl@t-online.de