Schachclub Villingen e.V. Info IV / 2006
Liebe Schachfreunde,
das Jahr 2006 war für unseren Verein leider nicht so erfolgreich. Die 1. Mannschaft ist aus der Verbandsliga abgestiegen und hat es in der Landesliga nicht gerade einfach, da auch die Mitfavoriten Donaueschingen und Engen abgestiegen sind. So gingen die ersten beiden Runden gegen Pfullendorf I und Engen I klar verloren. Ärgerlich ist die knappe Niederlage gegen Engen II.
Enttäuscht hat, dass wohl einige Stammspieler der 1. Mannschaft durch die Niederlagen in der Verbandsliga die Lust am Schachspielen verloren haben. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die 1. Mannschaft bald wieder zu einer schlagkräftigen Truppe entwickelt.
Aber es gibt auch erfreuliche
Aspekte in unserem Verein. So ist hervorzuheben, dass wir in diesem Jahr 14
Jugendspieler gewinnen konnten. Dies ist der hervorragenden Arbeit unseres
Jugendleiters
Nun möchte ich allen Mitgliedern unseres Vereins mit Ihren Familienangehörigen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und für das bevorstehende neue Jahr schon jetzt Gesundheit, Glück und viel Erfolg wünschen.
Rudolf Thiemke
Am 12. September 2006 wurde Richard Urbanietz 85 Jahre alt. Das Schachspiel erlernte er als junger Soldat in amerikanischer und französischer Kriegsgefangenschaft - die Figuren hatten sich die Gefangenen aus Blech gemacht, um sich das lange Warten auf die Entlassung zu verkürzen. Später trat Richard Urbanietz einem kleinen Schachverein in Frankfurt bei, dem er bis zu seiner Übersiedlung nach Villingen angehörte; beruflich war er als Kraftfahrer tätig. Im Schachclub Villingen fand er ein neues Betätigungsfeld; als Spieler in der Seniorenmannschaft gewann er manch wichtigen Punkt und der regelmäßige Besuch des Spielnachmittags in der Bertholdshöhe hält ihn geistig rege. Wir wünschen ihm auch in Zukunft Freude am Schachspiel und so viel Gesundheit, daß er die Freude daran auch genießen kann.
Hans Schneider, der nach dem Krieg zu den ersten Mitgliedern des neugegründeten SC Villingen zählte und 23 Jahre als Vorstand die Geschicke des Vereins leitete, durfte am 19. November 2006 seinen 80. Geburtstag feiern. Der gebürtige Konstanzer hat sich große Verdienste um den Schachclub Villingen erworben. Seine Erfahrung gab er in Schachkursen an junge Nachwuchsspieler weiter. Während seiner Amtszeit fand 1975 der Badische Schachkongreß in Villingen statt. Es gelang ihm, den deutschen Großmeister Wolfgang Unzicker und Vizeweltmeister Viktor Kortschnoj für Simultanvorstellungen in Villingen zu gewinnen. 1983 holte er den Jugendländerkampf Deutschland-Schweiz in die Zähringerstadt. Es ist mit sein Verdienst, daß seit 1974 die Stadtmeisterschaft Villingen-Schwenningen ausgetragen wird, die er 1976 auch gewinnen konnte. Sechsmal wurde er Vereinsmeister des SC Villingen und bis zum heutigen Tag nimmt er trotz mancher gesundheitlicher Probleme an den Mannschaftskämpfen der Senioren teil. Hans Schneider ist Ehrenvorsitzender des SC Villingen und wurde schon vor Jahren vom Badischen Schachverband mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Wir wünschen dem Jubilar weiterhin viel Freude am königlichen Spiel, dazu die nötige Gesundheit und die Kraft, die Beschwerden des Alters zu ertragen.
Als bester Villinger Spieler kam
Villingen I - Pfullendorf I 1,5:6,5 Villingen II - Konstanz III 4,5:3,5
Engen I - Villingen I 6,0:2,0 Villingen II - Bräunlingen I 2,0:6,0
Villingen I - Engen II 3,5:4,5 Pfullendorf II - Villingen II 5,5:2,5
Villingen I - Konstanz II 6,0:2,0 Villingen II - Königsfeld 4,0:4,0
Villingen III - Bräunlingen II 1,0:7,0 Villingen III - Schonach 3,0:5,0
D´eschingen II - Villingen III 0,5:7,5
Villingen II - Villingen I 0,0:4,0
Villingen I - Donaueschingen 4,0:0,0 Bad Dürrheim -Villingen II 2,0:2,0
Villingen I - Neustadt I 2,5:1,5 Königsfeld - Villingen II 2,0:2,0
Neustadt II - Villingen I 1,0:3,0 Donaueschingen - Villingen II 4,0:0,0
1. Runde: Villingen I - Furtwangen/Vöhrenbach III 4,0:0,0
Villingen II - Königsfeld II 2,5:1,5
Villingen III - Königsfeld I 0,5:3,5
2. Runde: Villingen I - Bräunlingen I 1,0:3,0
Donaueschingen I - Villingen II 4,0:0,0
Damit sind alle drei Villinger Mannschaften aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden.
Noch sind nicht alle Begegnungen der dritten Runde gespielt,
aber nach der zweiten lagen
Nach der zweiten Runde spielen
Die Jugendlichen des SCV trugen im Herbst dieses Jahres
erstmals eine Pokalmeisterschaft aus, bei der Philipp Heimers
im Finale
Am Schulschachturnier in Donaueschingen am 7.12.2006 nahmen insgesamt fünf Villinger Mannschaften teil - zwei vom Gymnasium am Romäusring, eine von den St. Ursula Schulen, eine vom Hoptbühlgymnasium und zwei von der Haslachschule. Noch vor wenigen Jahren war keine der Villinger Schulen bei dem Turnier vertreten, so daß man zu Recht feststellen kann, daß die Jugendarbeit des SCV auch Auswirkungen auf das Schulschach hat. Die Mannschaft der St. Ursula Schulen mit Philipp Heimers am Spitzenbrett belegte übrigens in der Wettkampfgruppe U16 den ersten Platz - obwohl sie eigentlich noch zu U14 gehört. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg bei der nächsten Runde auf südbadischer Ebene!
An der Haslachschule besuchen zur Zeit 33 Kinder in drei Gruppen das Schachtraining. Zwar konnten die jungen Schachspieler den im Vorjahr gewonnenen Pokal nicht verteidigen, weil sie hinter Stahringen und Geisingen I und II den vierten und fünften Platz belegten, trotzdem gehört Schach an der Haslachschule zu den bevorzugten Angeboten dieser Grundschule, nicht zuletzt dank der Unterstützung durch Rektor Manfred Molicki.
Eine Studie von 1967 mit einem phantastischen Zug. Weiß zieht und gewinnt.
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Auf den ersten Blick mag man diese Stellung als langweilig empfinden. Die drückende Überlegenheit von Schwarz besteht in drei Mehrfiguren und einem Bauern, der kurz vor der Umwandlung steht. Und die Variante 1.g7 Sc4+ 2.Ka4 Sb6+ 3.Kb3 (3.Ka5 Sc2 4.g8D Lb4#) 3...h1D 4.g8D Df3+ 5.Ka2 Da3+ 6.Kb1 Db3+ 7.Kc1 Dc2# beweist, daß Weiß an die Umwandlung eines eigenen Bauern zunächst gar nicht denken darf. Umso mehr erstaunt, daß Weiß gewinnen soll. Die Lösung enthält den vielleicht spektakulärsten Zug, der je im Schach erdacht wurde.
1.b6+ Ka8 2.g7 Das ist, mit dem König auf der achten Reihe, der einzige Zug, nach dem Weiß nicht schnell matt wird. 2...h1D 3.g8D+ Lb8 4.a7 Der einzige Zug, der nicht verliert. 4...Sc6+ Schwarz opfert einen Springer für Schachgebote und Weiß muß nehmen:
a) 5.Ka6 Df1#.
b) 5.Ka4 De4+ und matt.
c) 5.Kb5 Sd3 6.axb8D+ Sxb8 7.b7+ Ka7
8.De6 Db1+ 9.Kc4 Sd7 10.b8D+ Kxb8 11.Dd6+ Kc8 12.Dc6+ Kd8 13.Da8+ Ke7 14.d6+
Kxd6 und Schwarz gewinnt.
5.dxc6 Dxh5+ Weiß hat die anfänglich hoffnungslos erscheinende Lage in eine Position verwandelt, die nach Remis aussieht, wie folgende Fortsetzungen beweisen:
a) 6.Ka4
Dd1+ 7.Db3 Da1+ 8.Kb5 De5+ 9.Ka6 Da1+
b) 6.Kb4
Dh4+ 7.Kb5 Dh5+ 8.Kc4 De2+ 9.Kb4 Db2+
c) 6.Ka6 De2+ 7.Ka5 De5+ 8.Ka4 Dd4+ 9.Kb5 De5+
Aber Weiß will gewinnen, und zwar mit 6.Dg5!!! Was für eine Idee! Ein Zug, dem ein ganzes Buch gewidmet wurde: „Mitrofanovs Deflection“ von Viktor Charuschin. Ein Zug, den die Menschheit noch nicht gesehen hat. Er ist als Mitrofanows Ablenkung in die Schachgeschichte eingegangen. Weiß gibt damit die eigenen Mattdrohungen auf, opfert die Dame für kaum erkennbare Kompensation und noch dazu mit Schach. Aber bei sorgfältiger Analyse wird deutlich, der Zug bewirkt doch eine Kleinigkeit: Die Ablenkung der schwarzen Dame auf ein schwarzes Feld! 6...Dxg5+ 7.Ka6! Nach diesem Zug, wiederum dem einzigen, der nicht verliert, besiegen die weißen Bauern die drei schwarzen Figuren. 7...Da5+ (oder 7...Lxa7 8.c7 Da5+ 9.Kxa5 Kb7 10.bxa7) 8.Kxa5 Lxa7 9.c7 Kb7 10.bxa7 und Weiß gewinnt. Diese Studie ist ein Kunstwerk und selbst die Endstellung hat noch etwas vom Glanz eines Kunstwerkes.
Nachzutragen ist noch, welche Funktion der Se1 erfüllt. Ohne ihn hätte Schwarz nach 6.Dg5 Dxg5+ 7. Ka6 Lxa7 8.c7 Da5+! 9.Kxa5 Lxb6+ ein Remis erreicht. Und wer wissen möchte, ob Mitrofanows Ablenkung auch in Schachpartien Anwendung fand, der lese „Expeditionen in die Schachwelt“ von Christian Hesse, erschienen im Chessgate Verlag 2006 für 28,80 Euro, aus dem dieser Artikel auszugsweise stammt.
Mitgeteilt von
Matt in zwei Zügen (H. von Gottschall, Version: W. Massmann 1926/1970)
W: Ka4, Dd8, Sa3, Bc4, f2
S: Kc3, La1
Lösung des Schachproblems Nr. 29 aus Info III/2006: 1.Dc4! Kf5/Ke5/Ke7/Kg7/Lg7 2.De6#/Df4#/d8D#/Df7#/De6#. Das Problem enthält zwei Echomattpaare.
Mische Tun mit
Nichtstun und du wirst nicht verrückt.
Russisches Sprichwort