Schachclub Villingen e.V.      Info IV / 2008

 

Siegfried Ketterer

Am 29.11.2008 verstarb unser Schachfreund Siegfried Ketterer im 89. Lebensjahr. Seit 1954 war er Mitglied im SCV, wofür er 2004 mit der Goldenen Ehrennadel des Badischen Schachverbandes ausgezeichnet wurde. Über viele Jahre gehörte er zu den Stammspielern der ersten Mannschaft und bis vor kurzem hat er noch in der Seniorenmannschaft mitgekämpft. Vor fünf Jahren gewann er die Nestoren-Meisterschaft im Walter-K.F.-Haas Turnier. Wir wollen Siegfried Ketterer ein ehrendes Andenken bewahren - durch seine liebenswürdige Art wird er uns in guter Erinnerung bleiben.

 

Reiner Kurt wurde 70

Am 15.11.1938 in Sachsen geboren, ergriff Reiner Kurt den Beruf des Lehrers, den er bis zu seiner Pensionierung an den Zinzendorfschulen in Königsfeld ausübte. Seine Begeisterung für das Schach führte ihn nicht nur in den Schachclub „e1“ Königsfeld, sondern auch dazu, daß Schulschach an den Zinzendorfschulen zu einer Disziplin wurde, die vielen ehemaligen Schülern und Schülerinnen in guter Erinnerung geblieben sein dürfte. Als Schulschachwart sorgte er dafür, daß regelmäßig Wettkämpfe für Kinder und Jugendliche ausgetragen wurden, und als Beauftragter für den Bezirk Schwarzwald koordiniert er die Wettkämpfe der Senioren. Reiner Kurt ist seit zwei Jahren Mitglied beim SC Villingen, wo er die dritte Mannschaft verstärkt. Wir wünschen ihm weiterhin Freude am Schach, dazu den verdienten Erfolg und gute Gesundheit.

 

Freundschaftsspiel mit dem SC Pfullingen am 5.9.2008

Die Schachfreunde aus Pfullingen, deren 1. Mannschaft mit unserem ehemaligen Mitglied Gerhard Janasik in der Oberliga spielt, hatten ihr Trainingslager in Bad Dürrheim aufgeschlagen und dem SC Villingen einen Vergleichskampf angeboten, den die Gäste mit 6,5:3,5 gewannen. Mit etwas Glück und mehr Geschick hätte Villingen sicher ein besseres Ergebnis erreichen können.

Heimers, Remy

2099

Zymberi, Agron

2001

½ : ½

Dittmar, Hans-Joach.

2030

Einwiller, Dieter

2118

0 : 1

Dorner, Peter, Dr.

1989

Nägele, Thomas

2085

½ : ½

Klostermann, Dietmar

1908

Einwiller, Bernd

2018

0 : 1

Cerff, Peter

1768

Born, Bernd-Ludger, Dr.

1962

1 : 0

Fugmann, Bernd

1637

Janasik, Gerhard, Dr.

1937

0 : 1

Garcia Vega, Sergio Alfonso

1789

Djalalova, Nigora (W)

1887

0 : 1

Gonzáles Garcia, José Ramon

1735

Poletajew, Sergej

1823

1 : 0

Heimers, Philipp

1567

Ercelebi Hasso

1764

½ : ½

Bachl, Anton

1771

Walter, Jörg

1845

0 : 1

 

Landesliga

Villingen I - Steißlingen               3,5:4,5              Konstanz I - Villingen I                4,0:4,0

Villingen I - Konstanz II               7,0:1,0              Villingen I - Überlingen                4,0:4,0

Villingen I steht mit 5 Mannschaftspunkten auf Rang 7 der Tabelle und hat sich damit der Abstiegszone genähert.

 

Bezirksklasse

Schonach - Villingen II                2,0:6,0              Villingen III - Bräunlingen II       5,5:2,5      

Neustadt II - Villingen II              4,0:4,0              Furtwangen II - Villingen III        8,0:0,0

Villingen II - Neustadt III             8,0:0,0 kl.         Villingen III - Schonach               3,0:5,0

                                                                                  Neustadt II - Villingen III             4,5:3,5

Villingen II steht mit 7 Punkten auf Rang 3 der Tabelle; durch Siege gegen die führenden Mannschaften Donaueschingen II und Furtwangen II wäre der Aufstieg in die Bereichsliga noch möglich. Villingen III liegt mit 3 Punkten auf Platz 6.

 

Bezirkspokal

D´eschingen II - Villingen I         1,0:3,0              Villingen II - Bräunlingen I          1,5:2,5

Villingen III - Bad Dürrheim II     3,0:1,0              Bräunlingen I - Villingen III         2,0:2,0

Schonach - Villingen I                  1,0:3,0

In der 3. Runde trifft Villingen I auf Bräunlingen I. Villingen II und III sind ausgeschieden.

 

In der Begegnung Schonach - Villingen I führte Remy Heimers erfolgreich einen mutigen Angriff gegen Juri Makarov:

Heimers, Remy - Makarov, Juri [C47], 4.12.2008. Kommentar R. Heimers (gekürzt).

1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sc3 Sc6 4.d4 Lb4 Die meisten spielen hier 4... exd4. Der Textzug ist gut spielbar, aber sehr scharf, und man muss sich in den Varianten gut auskennen. Ein falscher Zug kann die Partie kosten. 5.Sxe5 Sxe4 6.Dg4 Sxc3 7.Dxg7 Tf8 8.a3 Sxd4? Fritz ist nach diesem Springerzug mit der schwarzen Stellung sehr zufrieden, doch in Wahrheit ist Schwarz hier vermutlich schon verloren. Besser ist 8...La5 9.Sxc6 dxc6 10.De5+ De7 11.Dxe7+ Kxe7 12.Ld2 und gewinnt die Figur zurück. Es könnte folgen: 12...Lf5 13.bxc3 Lxc2 14.c4 Lxd2+ 15.Kxd2 Lg6 16.h4 mit etwas besserem Spiel für Weiß.

9.axb4 Sxc2+ 10.Kd2 Sxa1 11.Kxc3! Es ist sehr ungewöhnlich, dass der Monarch bei vollem Brett schon so früh auf der 3. Reihe steht. Doch der Zug ist sehr stark, denn er macht Platz für den Lc1. 11...d6? Danach dringt der weiße Angriff durch. Am besten ist wohl 11...a5, um den weißen König zu attackieren. Danach können sich geradezu märchenhafte Varianten ergeben. Der Zug wurde in der Partie Polovodin-Rutmann, Leningrad 1978 gespielt: 11...a5 12.Lc4 axb4+ 13.Kd2 d5 14.Lb5+ c6 15.Te1 Le6 16.Sxc6 bxc6 17.Txe6+ Kd7 (17...fxe6 18.Lxc6+ Dd7 19.Dxd7#) 18.Txc6 De7 19.Kd1 Tab8 20.Lf4 1-0. 12.Lb5+ c6 13.Sxc6 bxc6 [13...Dc7 14.Te1+ Le6 (14...Kd7 15.Te7#) 15.Txe6+ fxe6 16.Dxc7 mit unabwendbarem Matt] 14.Lxc6+ Ld7 15.Te1+ De7 16.Txe7+ Kxe7 17.Lg5+ Ke6 17...Ke8 nützt nichts, denn 18.Df6 führt zum Matt. 18.Df6#                                                          1-0

 

Senioren

Villingen - Königsfeld                  3,5:0,5              Bad Dürrheim - Villingen             0,0:4,0

Villingen - Furtwangen                2,0:2,0

 

Gosheimer Schnellschachturnier 2008

Mit acht Spielern war der SC Villingen am 3.10.2008 bei dem Turnier vertreten. Dietmar Klostermann belegte einen bemerkenswerten 3. Platz (5,5 aus 7), Jakov Hrusc (5) und Hauke Berger (4,5) landeten immerhin im vorderen Viertel. Herzlichen Glückwunsch!

 

Yannick Runge Jugend-Schnellschachmeister

Yannick Runge gewann die Jugendschnellschachmeisterschaft des SC Villingen. Der 17jährige Gymnasiast hatte am Ende einen knappen Vorsprung vor Titelverteidiger Sebastian Baur. Entscheidend war das direkte Duell, das Yannick für sich entscheiden konnte. Da nützte es Sebastian nicht mehr, dass er alle restlichen Partien gewann.

 

Frederik Benzing Jugend-Blitzmeister

Mit einem knappen Vorsprung von einem Punkt schaffte Frederik Benzing bei der Jugendblitzmeisterschaft des SC Villingen seinen ersten Titelgewinn. Titelverteidiger Sebastian Baur trumpfte zwar am letzten Spieltag mit 9 Punkten aus 9 Partien noch einmal groß auf, doch seine 28 Punkte reichten nicht aus, Frederik den Sieg in der Gesamtwertung zu nehmen. Auf den 3. Platz kam Philipp Heimers (24,5). Sehr erfreulich war, dass beim letzten Turnier die Rekordteilnehmerzahl von 10 Spielern erreicht wurde.

 

Erfolg beim Deutschland-Cup in Dresden

Sergio Alfonso Garcia Vega heißt unser junger Schachfreund aus Mexiko, der seit dieser Spielzeit die 1. Mannschaft verstärkt und im Vereinsturnier ganz vorne an der Spitze mitspielt. Er hatte sich für die Teilnahme am Deutschland-Cup qualifiziert, einem der Rahmenturniere, die in Dresden während der Schacholympiade Mitte November ausgetragen wurden. Weil er keine DWZ hatte, durfte er in der untersten Klasse (DWZ<1000) mitspielen und belegte mit 5 Punkten aus 5 Runden den ersten Platz. Herzlichen Glückwunsch!

 

Läuferfianchetto

Im Nachlaß unseres im Jahre 2000 verstorbenen Schachfreundes Walter K.F. Haas, Verfasser mehrerer Schachbücher und regelmäßiger Beiträge für die „Europa-Rochade“, fand sich ein Manuskript mit 170 Partiefragmenten, die alle eines gemeinsam haben: Ein weißer Läufer auf der Diagonalen a1-h8 trägt wesentlich zum Gewinn der Partie bei. Walter K.F. Haas hat diese Partien mit großem Fleiß gesammelt und einen kleinen Eindruck von der Mühe, die er bei der Erstellung des Manuskriptes aufwandte, bekommt man, wenn man sieht, daß er jede Partie mit einem Diagramm versehen hat, in das er mit Hilfe von Gummistempeln die Figuren eingetragen hatte. Sicher war es sein Wunsch, daß diese Arbeit einmal gedruckt würde. Sie bedürfte aber der Durchsicht. Nicht jede dieser Partien, in denen ein Läufer auf b2 steht, ist so lehrreich wie das nachfolgende Beispiel, wo durch ein Opfer zunächst die Läuferdiagonale geöffnet wird, bevor der Fianchettoläufer zur Wirkung kommt und den Mattangriff unterstützt. Vielleicht findet sich ein guter Schachspieler, der bereit wäre, sich der Aufgabe zu unterziehen, die besten Partien auszuwählen. Ich habe mir zunächst die Mühe gemacht, das Manuskript in die Form einer pgn-Datei zu bringen. Wer sich für die Arbeit von Walter K.F. Haas interessiert, möge die Datei per eMail bei mir anfordern.

 

Kortschnoi - Garcia, Moskau 1975.

31.Sd5! Lxd5 32.exd5 e5 33.Lxc8 Dxc8 34.Sxe5! Sf5 Oder 34...dxe5 35.d6 Lxd6 36.Txd6 Sf5 37.Txd8+! 35.Sg4 Sf7 36.De2 Sxh4 37.Dxe7 Dxg4+ 38.Kh2

1–0

 

 

Emil Joseph Diemer zum 100. Geburtstag

Der badische Meister Diemer, der am 15.5.1908 in Radolfzell geboren wurde, hat nie ein bedeutendes Turnier gewonnen, erlangte aber eine gewisse Berühmtheit durch das von ihm propagierte Blackmar-Diemer-Gambit. Über die merkwürdigen und teilweise auch dunklen Seiten seines Lebens kann man sich informieren auf der „Emil Joseph Diemer Gedenkpage“ (www.emil-joseph-diemer.de) oder bei Wikipedia. Ob sein Gegner Bachl mit mir verwandt ist, weiß ich nicht; es könnte sich um den Karlsruher Schachspieler gleichen Namens handeln, der sich später einen Namen als Problemlöser gemacht hat.

 

Diemer, Emil Joseph - Bachl, 1950, kommentiert von Fritz (auszugsweise).

1.d4 d5 2.e4 dxe4 3.Sc3 Das ist Diemers Verbesserung des Gambits von Blackmar (1826-1888), der sofort 3.f3 spielte. 3...Sf6 4.f3 exf3 5.Sxf3 g6 6.Lc4 Lg7 7.0–0 0–0 8.Lg5 Laut Eröffnungsbuch wäre hier 8.Se5 normal. 8...c5 9.d5 Sbd7 10.d6 e6 Nach 10...exd6 11.Dxd6 Db6 12.Dxb6 Sxb6 13.Lb5µ käme Schwarz bereits in Vorteil. 11.De1 h6 [11...Db6³] 12.Dh4 hxg5 13.Sxg5 Sh5 14.g4 Sdf6?? gibt den Vorteil aus der Hand. Mit 14...Ld4+ 15.Kg2 Le3 stünde Schwarz auf Gewinn. 15.Txf6 Dxf6? Besser wäre 15...Lxf6 16.Sce4 Ld4+ 17.Kh1–+. Ausgleich brächte 15...Sxf6 16.Sce4 Sh5 17.gxh5 Ld4+ 18.Kh1=. 16.Sce4 Dd4+ 17.Kh1 Dxc4 Schwarz vergibt nochmals den Gewinn: 17...f6 18.gxh5 fxg5 machte sofort alles klar. 18.gxh5 f5?? Ein letzter entscheidender Fehler: 18...Td8 19.hxg6 Td7+- und Schwarz kann weiterkämpfen. 19.hxg6 Td8 Gleichermaßen fruchtlos wäre 19...Tf7 20.gxf7+ Kf8 21.Sh7+ Kxf7 22.De7+ Kg8 23.Shf6+ Lxf6 24.Sxf6+ Kh8 25.Dh7#. 20.Sf6+ Lxf6 21.Dh7+                                                                                                                                                           1–0

Die Partie zeigt, daß der badische Meister seine Erfolge auch Gegnern zu verdanken hatte, die schwache Züge machten und Bachl hießen - so wie ich. Andererseits erschien mir doch sehenswert, wie Diemer seinen Angriff konsequent bis zum Matt durchgezogen hat.

 

Berichtigung zu Remy Heimers – Paul Bosshard, 26.11.2006, Info II/2008



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Aus Versehen war der schwarze Bauer auf b5 auf das Feld b3 geraten - ich bitte um Nachsicht. Remy Heimers hat mich auf diesen Fehler aufmerksam gemacht. Sonst scheint ihn bisher noch keiner bemerkt zu haben, obwohl aus der Analyse des Endspiels hervorgeht, daß auf b5 ein Bauer stehen müßte. Woraus zu schließen ist, wie aufmerksam meine Schachfreunde im SC Villingen die im Info abgedruckten Partien studieren ....

 

Schachproblem Nr. 38

Matt in zwei Zügen (C. Planck, 1887)

W:          Kb2, Df1, Lc2, Lf8

S:            Ke5, Bd5, e6

Lösung des Schachproblems Nr. 37 aus Info III/2008: 1. Se2! (mit der Drohung 2. Th2#) Ke4:/Se3/Sf2 2. Tg3#/Tf4#/Tg3#.

 

Zu guter Letzt

Es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, was den größten Genuß gewährt.

Carl Friedrich Gauß, 1777-1855

 

Anton Bachl  Weiherstraße 13/2  78050 Villingen-Schwenningen  Tel. 07721-4820 anton.bachl@t-online.de