Schachclub Villingen e.V. Info IV / 2009
Am 12.10.2009 konnte Heinz Weber
seinen 75. Geburtstag feiern - zu gern hätte ich geschrieben bei guter
Gesundheit. Aber die Gesundheit, die macht dem Jubilar jetzt schon viele Jahre
zu schaffen, und so will ich wenigstens berichten, daß
er seinen Geburtstag in der bei ihm gewohnten geistigen Frische begehen durfte.
Wenn dazu das Schachspiel beiträgt, dem Heinz Weber nach wie vor viel Interesse
entgegenbringt, so wollen wir ihm wünschen, daß er
daran auch in Zukunft viel Freude haben möge. Wer ihn erzählen hört, wie er seinem Sparringspartner
Am 15.12.2009 wurde Rudolf Thiemke 65 Jahre alt - Grund genug, um ihm nicht nur zum Geburtstag zu gratulieren, sondern ihm auch dafür zu danken, daß er seit 1995 dem Schachclub Villingen als Vorsitzender zur Verfügung steht. Der gelernte Bierbrauer, der sich später in Abendkursen zum Programmierer ausbilden ließ, nimmt dieses Ehrenamt, was ihm nicht allzu viel Ehre, dafür aber reichlich Arbeit einbringt, mit großem Geschick wahr: Mal eher ruhig im Hintergrund agierend, mal mit Stentorstimme aufgeregte Turnierteilnehmer zur Ordnung rufend, ist unser Vorsitzender immer dort präsent, wo im Verein Not am Mann ist. Daß er nebenher noch Turnierleiter im Bezirk Schwarzwald ist, wissen auch Mitglieder anderer Vereine zu würdigen. Und wer bisher meinte, Rudolf Thiemke rangiere laut DWZ nicht gerade an der Spitze, der wurde eines Besseren belehrt: Im Vereinsturnier zauberte er die schönste Kombination des gesamten Turniers aufs Brett. Wir wünschen ihm für die kommenden Jahre Gesundheit und Glück - nicht nur beim Schach.
Am 26.10.1949 in Kassel geboren, kam Hans-Joachim Dittmar nach Abitur und Wehrdienst mit Schach erst in Berührung, als er in Marburg ein Mathematikstudium begann. Zusammen mit einem Kumpel besuchte er dort einen Schachclub und ließ sich von anfänglichen Niederlagen nicht entmutigen. Nach erfolgreichem Abschluß seines Studiums trat er am 1.1.1978 eine Stelle als Programmierer bei der damaligen Firma Kienzle in Villingen an - und bald darauf auch dem Schachclub Villingen bei, wo er inzwischen länger als 30 Jahre Mitglied ist und von Anfang an zu den stärksten Spielern im Verein zählte, was er durch den mehrmaligen Gewinn der Vereinsmeisterschaft unterstrich. Dabei spielte Schach für ihn nicht immer die erste Rolle - Fußball und Tennis waren ihm zeitweise genauso wichtig. Diese Sportarten hat er auch richtig trainiert, für ein systematisches Schachtraining, das er sich insgeheim wünschte, fehlte immer die Zeit. Wir freuen uns, daß Hans-Joachim Dittmar seit diesem Jahr in der Seniorenmannschaft mitspielt, und wünschen ihm, daß er weiterhin Freude am Schach haben möge. Und wenn er mal in Rente geht, möge ihm genügend Zeit bleiben, Schach so zu trainieren, wie er sich das schon lange erträumt.
Villingen I - Singen I 4,5:3,5 Pfullendorf I - Villingen I 5,0:3,0
Villingen I - Bad Dürrheim I 5,0:3,0 Steißlingen I - Villingen I 7,5:0,5
Unsere Erste nimmt nach der bitteren Niederlage gegen Steißlingen jetzt den 5. Tabellenplatz ein - noch ist der Klassenerhalt nicht gefährdet.
Villingen II - Singen II 4,5:3,5 Pfullendorf II - Villingen II 5,0:3,0
Villingen II - Furtwangen-Vö. 6,0:2,0 Gaienhofen I - Villingen II 4,0:4,0
Villingen II steht
an vierter Stelle und wird sich in der Liga behaupten können.
Villingen III - Bräunlingen 2,5:5,5 Königsfeld II - Villingen III 8,0:0,0
Villingen III - Bad Dürrheim II 3,5:4,5 Neustadt II - Villingen III 8,0:8,0
Villingen III steht auf dem vorletzten Tabellenplatz - gut, daß man aus der Bezirksklasse nicht absteigen kann.
Villingen I - Villingen II 3,0:1,0
Villingen I - Bad Dürrheim 3,0:1,0 Villingen II - Furtwangen-Vö. 3,0:1,0
Königsfeld - Villingen I 1,5:2,5 Villingen II - Neustadt I 1,5:2,5
Villingen I - Neustadt I 2,0:2,0 Villingen II - Donaueschingen 1,5:2,5
Furtwangen-Vö. - Villingen I 0,0:4,0 Neustadt II - Villingen II 1,5:2,5
Neustadt II - Villingen I 0,5:3,5 Villingen II - Königsfeld 1,0:3,0
Villingen I hat die Tabellenspitze von Neustadt I übernommen, die letzte Runde gegen Donaueschingen sollte den Titelgewinn bringen.
Villingen II schlägt sich achtbar.
Furtwangen-Vö. - Villingen I 1,0:3,0 Villingen II - Bräunlingen II 3,5:0,5
Villingen III - Bad Dürrheim I 1,0:3,0 Neustadt I - Villingen II
Villingen III hatte in der Vorrunde Bad Dürrheim III nach einem 2:2 und besserer Berliner Wertung aus dem Rennen geworfen, scheiterte aber in der 1. Runde an Bad Dürrheim.
Nach 5 Runden führt Titelverteidiger
Zunächst ist nachzutragen, daß
20 Kinder und Jugendliche waren am
Samstag, den 5.12.2009, in der VHS zusammengekommen, um unter der Leitung von
Günther Bosch -
Budapester Gambit
1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.dxe5 Sg4 4.Dd4 d6 5.exd6
Lxd6 6.c5 Hier weicht Weiß von der Theorie ab, die 6.De4+ oder 6.Sf3 empfiehlt.
6.Dxg7 würde mit 6...Le5 7.Dg5 Dxg5 8.Lxg5 Lxb2
geahndet. 6...Sc6 7.De4+ Le7 8.Ld2 0–0
9.h3 Sf6 10.Dc2 Sd4 11.Dc1 Lf5 12.Sa3 Se4 13.e3 Weiß ist unterentwickelt,
was Schwarz zu einem Figurenopfer ermutigt: 13...Lxc5 14.exd4? 14.Lc3 Lxa3 15.Lxd4 mit Vorteil für Schwarz. Dxd4 15.Sf3 15.Le3 Db4+ 16.Ke2 Lxe3
17.fxe3 Sg3+ 15...Dxf2+ 16.Kd1 Tad8 Schwarz
droht Sxd2. 17.Le2 Tfe8 18.Dc4 Oder
18.Dc2 Sxd2 19.Ld3 Dxg2 20.Se1 Dxh1 21.Kxd2 Lb4+ 22.Dc3 Dh2+ 23.Kd1 Lxd3
24.Dxg7+ Kxg7 25.Sf3 Dh1+ 26.Se1 Dxe1# (Fritz). 18...Sxd2 19.Sxd2 Txd2+! Das Qualitätsopfer zerrt den wK ins Mattnetz. 20.Kxd2
Td8+ 21.Kc3 De3+ 0–1
Dr. Norbert Schneider, der Sohn unseres im Jahr 2008
verstorbenen Ehrenvorsitzenden Hans Schneider, ließ dem Schachclub Villingen
über Heinz Weber einen Stapel Schachbücher zukommen, die ich für unsere Jugendlichen
an
Bei dieser Gelegenheit darf ich auch Hermann Schneider danken, der sich von einem Teil seiner Schachbücher getrennt hat, um damit die Jugendarbeit unseres Vereins zu unterstützen. Das ist ihm bestimmt nicht leicht gefallen, weil er sich diese Bücher als junger Schachspieler buchstäblich vom Mund abgespart hat, wie er mir erzählte. Da paßt das Wort der Schriftstellerin Selma Lagerlöf in diese vorweihnachtliche Zeit: „Schenken heißt, einem anderen das zu geben, was man selber behalten möchte.“
Um einen kleinen Eindruck von dem großen Kämpfer Lasker zu vermitteln, drucke ich hier die Partie ab, mit der er seinen Weltmeistertitel rettete. Schlechter hatte die fünfte Partie des Wettkampfes gewonnen, alle anderen waren unentschieden ausgegangen. Ein Remis hätte ihm also für den Titelgewinn genügt. Aber auch Schlechter war ein Kämpfer!
Emanuel Lasker - Carl Schlechter, Abgelehntes Damengambit
Letzte Partie des Weltmeisterschaftskampfes Berlin 1910,
Kommentar Georg Marco (gk).
1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.e3 g6 Ein
damals seltener Zug 5.Sc3 Lg7 6.Ld3 0–0
7.Dc2 Sa6 8.a3 dxc4 9.Lxc4 b5 10.Ld3 b4 11.bxa3 12.bxa3 Lb7 13.Tb1 Dc7 14.Se5?!
Weiß stürzt sich in schlimme Abenteuer. 14.0-0 nebst Ld2 und Tfc1 hätte ihm
ohne Risiko Positionsvorteil verschafft.
14...Sh5 Bizarr, aber mit 14...Sd7 15.Txb7 Dxb7 16.Lxa6 käme er in
Nachteil. 15.g4? f4 war geraten. 15...Lxe5 16.gxh5 Lg7 17.hxg6 hxg6 18.Dc4
Droht TxL und Lxg. 18...Lc8! 19.Tg1 Der Bauerngewinn Lxg brächte keinen Segen: 19...Le6 20.DxS fxL. 19...Da5+ 20.Ld2
Dd5 21.Tc1 Lb7 22.Dc2 Dh5 23.Lxg6 Dxh2! 24.Tf1 fxg6 25.Db3+ Tf7 26.Dxb7 Taf8!
Ein Keulenschlag. Schlüge Weiß den Sa6, würde er durch 27.Txf 28.TxT TxT vernichtet. 27.Db3 Ein schwacher Zug, f4 war geboten. 27...Kh8 28.f4 g5! 29.Dd3 gxf4 30.exf4 Dh2+
32.Tf2 Dh5+ 33.Tf3 Sc7! 34.Txc6 Sb5 35.Tc4!
Nicht Tc5 wegen 35...Sxd+ 35...Txf4? Td8 hätte zum Remis geführt. 36.Lxf4 Txf4 37.Tc8+ Lf8 38.Kf2! Dh2+ 39.Ke1 Dh1+? Der
entscheidende Fehler. Mit 39.Dh4+ hätte Schwarz Remis erzwungen: 40.Kd2 Dh2+
41.Ke3 TxT+ 42.KxT Dh3+ Oder: 40.Kf1 Dh3+ 41.Kf2 TxT+ 42.DxT DxT 43.Dh5+ Kg8
44.DxS 40.Tf1 Dh4+ 41.Kd2 Txf1 [41...Txd4?
42.Tcxf8+ Kg7 43.T1f7+ Kh6 44.Th8+ Kg5 45.Tg8+ Kh6 46.Th7# Blackburne]
42.Dxf1 Dxd4+ 43.Dd3 Df2+ 44.Kd1 Sd6
45.Tc5 Lh6 46.Td5 Kg8? [46...Da2!= Schlechter] 47.Sc5 Dg1+ 48.Kc2 Df2+ 49.Kb3 Lg7 50.Se6 Db2+ 51.Ka4 Kf7 52.Sxg7 [52.Sg5+
Ke8 53.Dg6+ Kd7 54.Df5+ Kc6 Schlechter] 52...Dxg7
53.Db3 Ke8 54.Db8+ Kf7 55.Dxa7 Dg4+ 56.Dd4 Dd7+ 57.Kb3 Db7+ 58.Ka2 Dc6 59.Dd3
Ke6 60.Tg5 Kd7 61.Te5 Dg2+ 62.Te2 Dg4 63.Td2 Da4 64.Df5+ Kc7? 65.Dc2+ Dxc2+
66.Txc2+ Kb7 67.Te2 Sc8 68.Kb3 Kc6 69.Tc2+ Kb7 70.Kb4 Sa7 71.Kc5 1–0
Matt in zwei Zügen (Hultburg, 1928)
W: Ke4, De7, Sg7
S: Kg6, Bh7
Lösung des Schachproblems Nr. 41 aus Info III/2009:
1.Sb3 Ka4 oder Kb4/Kc6/a4 2.Da5#/Da6#/Db7# - drei Modellmatts, d.h. außer dem wK sind alle Steine an dem Matt beteiligt („ökonomisches Matt“) und jedes seiner Fluchtfelder ist dem sK nur wegen einer einzigen Ursache versperrt („reines Matt“).
Nur nichts als
Profession betreiben! Das ist mir zuwider. Ich will alles, was ich kann,
spielend betreiben, was mir eben kommt und solange die Lust daran währt.
Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832
Allen
Mitgliedern des Schachclub Villingen und ihren Angehörigen
ein frohes Weihnachtsfest
und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches
Neues Jahr 2010!