Die
100-jährige Geschichte des Schachclub Villingen, die die Zeit zweier Weltkriege
umfaßt, verlief nicht ohne Unterbrechungen und spiegelt somit die Geschichte
unseres Landes und unserer Stadt wider, wo nach Krieg und Not ebenfalls ein
Neubeginn erforderlich war. Sie ist aber Beweis dafür, daß die Absicht der
Vereinsgründer im Jahre 1905, „durch geselliges Zusammenhalten, durch Förderung
des Schachspieles, Abhaltung von Schachtournieren und Ausbildung von Nichtspielern
als ein geeintes Ganzes zu wirken“, trotz aller Widrigkeiten, die das
vergangene Jahrhundert für das Vereinsleben brachte, nach wie vor lebendig ist.
Möglich war dies nur, weil sich über diese 100 Jahre hinweg immer wieder
Mitbürger bereit fanden, in ehrenamtlicher Tätigkeit Aufgaben im Verein zu
übernehmen und für andere da zu sein.
Die „Ausbildung von Nichtspielern“ - heute Jugendarbeit genannt - war über viele Jahre hinweg eine der vornehmsten Aufgaben des Schachclub Villingen. Nach dem Neubeginn 1946 engagierte sich dafür besonders Leopold Bächle (1906-1981), später waren es der langjährige Vorsitzende und jetzige Ehrenvorsitzende Hans Schneider und der Villinger Schachautor Walter K.F. Haas (1926-2000), die es verstanden, durch Schachkurse und Veranstaltung von Jugendturnieren die Begeisterung junger Schachspieler zu wecken. Ich freue mich, daß der Schachclub Villingen diese Tradition fortsetzt durch eine Kooperation mit Villinger Schulen. Selbst wenn nur einige der Kinder und Jugendlichen, die daran teilnehmen, später Vereinsmitglieder werden, so lernen sie im Schachspiel doch ein Stück Kultur kennen.
„Geselliges Zusammenhalten“ im Verein hat in der Vergangenheit vielen Neubürgern geholfen, in Villingen-Schwenningen eine neue Heimat zu finden und ist heute für manchen Zuwanderer aus Osteuropa, wo sehr viel und sehr gut Schach gespielt wird, eine gute Gelegenheit, erste soziale Kontakte zu knüpfen. Den Sportvereinen - und dazu zähle ich den Schachclub Villingen - kommt bei der Integration von Menschen aus anderen Nationen und Kulturen eine große Bedeutung zu.
Durch „Abhaltung von Schachtournieren“ hat sich der Schachclub Villingen nicht nur in den letzten 100 Jahren ausgezeichnet; er wird auch sein Jubiläum mit einem großen Turnier feiern und dadurch vielen Schachspielern Gelegenheit geben, vielleicht zum ersten Mal unsere Stadt kennenzulernen. Wie sehr ein solcher Wettkampf geeignet ist, auch unsere Stadt ins rechte Licht zu rücken, hat das Schachturnier der Zähringer-Städte bewiesen, das der Schachclub Villingen anläßlich der 1000-Jahr-Feier des Villinger Marktrechtes veranstaltete und an dem Gäste aus deutschen und schweizerischen Zähringer-Städten teilgenommen haben.
Ich gratuliere dem Schachclub Villingen zu seinem 100-jährigen Bestehen und danke allen seinen Mitgliedern für ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Ich wünsche dem Schachclub, daß er auch in Zukunft im Sinne seiner Gründer „als ein geeintes Ganzes wirken“ möge.
Liebe
Schachfreunde,
es ist für mich eine große Freude, im Namen des Badischen Schachverbandes dem Schachclub Villingen zu seinem 100-jährigen Gründungsjubiläum meine herzlichen Glückwünsche aussprechen zu dürfen. Das Schachspiel begleitet den Menschen zwar seit mehr als einem Jahrtausend; das in Vereinen organisierte Schach gibt es jedoch erst seit dem 19. Jahrhundert. Auf ein 100-jähriges Vereinsjubiläum können deshalb nicht viele zurückblicken.
Der Schachclub Villingen hat über Jahrzehnte hinweg im Schachbezirk Schwarzwald den Schachsport hervorragend vertreten und dazu beigetragen, dem Schachspiel neue Anhänger zuzuführen. Die von den Villinger Schachfreunden 1937 und 1975 ausgerichteten Badischen Schachkongresse bleiben unvergessen.
Auch an die Erfolge einiger Villinger Spieler ist zu erinnern. Sie haben den Schachsport weit über die Region hinaus bekannt gemacht. Zu erwähnen sind Anton Schuppler, südbadischer Meister 1949, und Ferdinand Popp, 1952 südbadischer Meister, 1950 und 1952 südbadischer Pokalmeister und 1954 sowie 1957 badischer Pokalmeister.
Es war das Verdienst des späteren Vorsitzenden des Schachclub Villingen, Heinz Ritter, daß zwei Partien des Weltmeisterschaftskampfes zwischen Dr. Alexander Aljechin (1892-1946) und Efim Bogoljubow (1889-1952) im Jahre 1934 in Villingen gespielt wurden. Daß Aljechin die erste auf sensationelle Weise gewinnen konnte und sie später zu seinen besten Partien zählte, dafür konnten die Schachfreunde aus Villingen zwar nichts, aber durch diese Partie ist ihre Stadt unter Schachspielern berühmt geworden.
Allen Teilnehmern des Jubiläumsturniers am 2. Oktober 2005 wünsche ich spannende Wettkämpfe. Wenn der eine oder andere nicht den nötigen Erfolg erzielt, dann möge er sich damit trösten, daß noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Schach, turniermäßig gespielt, ist sportlicher Einsatz auf hohem Niveau und auch im Schach gilt die Lebensweisheit, daß Talent vor allem Fleiß ist.
Dem Schachclub Villingen möge es gelingen, durch sein Jubiläumsturnier dem Schach neue Freunde zu gewinnen. Wir, die wir das Schachspiel kennen, haben die Verpflichtung, darauf aufmerksam zu machen, daß Schach Tugenden wie Fleiß, Energie, Willenskraft, Kreativität und Selbstdisziplin fördert. Schach ist also nicht nur eine spannende Freizeitbeschäftigung, sondern vermittelt en passant Eigenschaften, die wir im Leben gut gebrauchen können.
Aus Anlaß des 100-jährigen Bestehens möchte ich im Namen des Badischen Schachverbandes allen danken, die - damals wie heute - dem Verein ihre ideelle und materielle Hilfe angedeihen lassen. Unser Wissen vom Bildungswert des königlichen Spieles fordert uns heraus, ja verpflichtet uns geradezu, die Jugend mit dem Schachspiel vertraut zu machen.
Fritz Meyer, Präsident
Am
Abend des 3. Oktober 1905 trafen Freunde des Schachspieles im Gasthaus
"Falken" in Villingen zusammen. Am nächsten Tag war im
"Villinger Volksblatt" zu lesen, daß der Schachclub Villingen zur
Ausübung und Förderung des Schachspiels gegründet wurde. Heute, nach 100
Jahren, standen wir vor der Wahl, wie ein solches Ereignis zu würdigen wäre.
Nach reiflichem Überlegen haben wir uns für die Ausrichtung eines Schachturniers
entschieden.
Wir freuen uns jetzt schon auf die Teilnahme von Schachfreunden aus Baden, aus Württemberg und aus der Schweiz. Mögen alle Teilnehmer in unserer schönen alten Zähringerstadt Erholung, Entspannung, aber auch viel Freude während des gesamten Turniers erleben und Villingen in guter Erinnerung behalten. Wir, die Schachfreunde aus Villingen, sind bemüht, allen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, und erwarten sportlich faire Begegnungen. Den Gästen, die zu diesem Ereignis nach Villingen-Schwenningen kommen, wünsche ich einen erlebnisreichen Aufenthalt und regen Austausch mit den Villinger Schachfreunden. Die Sieger des Turniers beglückwünsche ich schon im voraus recht herzlich.
Viel Erfolg beim Schach wünscht
Rudolf Thiemke, Vorsitzender.
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Bachl |
Anton |
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Hrusc |
Jakov |
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Berger |
Hauke |
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Janovics |
Andrej |
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Bittner |
Friedemann |
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Keser |
Michael |
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Burau |
Waldemar |
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Ketterer |
Siegfried |
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Burggraf |
Thomas |
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Kloss |
Viktor |
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Cerff |
Peter |
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Klostermann |
Eduard |
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D´Acunto |
Michele |
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Kuolt |
Franz |
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Dittmar |
Hans-Joachim |
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Mayer |
Markus |
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Eisele |
Siegfried |
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Metzger |
Michael |
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Fugmann |
Bernd |
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Müssenberger |
Gerhard |
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Geißer |
Florian |
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Panitz |
Mathias |
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Geißer |
Karl-Heinz |
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Ragni |
Marco |
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Gentner |
Nils |
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Sartor |
Karl |
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Gerhardt |
Johann |
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Schneider |
Hans |
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Granzow |
Rüdiger |
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Schneider |
Hermann |
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Grasmeyer |
Klaus-Peter |
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Schrade |
Martin |
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Gutmann |
Andre |
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Siegert |
Peter |
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Haas |
Claus-Martin |
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Thiemke |
Rudolf |
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Hahn |
Vadim |
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Tichelmann |
Fritz |
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Heimers |
Philipp |
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Tribukait |
Wolfgang |
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Heimers |
Remy |
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Urbanietz |
Richard |
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Hettich |
Stefan |
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Weber |
Heinz |
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Hildebrand |
Erik |
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Ziegler |
Claus |
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Höhn |
Vadim |
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1. Vorsitzender: Rudolf Thiemke
2. Vorsitzender: Dietmar Klostermann
Kassenwart: Peter Siegert
Schriftführer: Anton Bachl
Postanschrift: Rudolf Thiemke
Fichtenstraße 2
78086 Brigachtal-Klengen
Tel. 07721 2 34 76
rudithiemke@aol.com

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Dank den Nachforschungen unseres Vorsitzenden Rudolf Thiemke kann das Gründungsjahr des Schachclubs Villingen durch Artikel und Anzeigen im „Villinger Volksblatt“ belegt werden. Am 2. Oktober 1905 erschien folgende Anzeige:
Schachclub Villingen.
Die
Bildung eines Schachclubs
wird hier beabsichtigt. Zur Förderung desselben werden sämtliche
Freunde des edlen Schachspieles eingeladen, sich Dienstag, den 3. d. Mts., abends 8 ½ Uhr im „Falken“ (Nebenzimmer)
einzufinden.
Das Gasthaus zum Falken stand zwischen Rietstraße und
Münsterplatz an der Stelle, wo heute eine Passage zum Münsterplatz führt, die
in einem Türbogen mit der alten Hausnummer No. 450 endet; es handelt sich um
den Türbogen des Falken, den man beim Abriß des Hauses nach dem Krieg auf diese
Weise erhalten hat (Hinweis von Walter K.F. Haas). Am 4. Oktober 1905 meldete
das Villinger Volksblatt unter den Lokalnachrichten:
Der Wunsch vieler Freunde des edlen Schachspieles ist in Erfüllung gegangen. Gestern wurde ein Verein unter dem Namen „Schachklub Villingen (Baden)“ gegründet. Der Klub hat das Bestreben, durch geselliges Zusammenhalten, durch Förderung des Schachspieles, Abhaltung von Schachtournieren und Ausbildung von Nichtspielern als ein geeintes Ganzes zu wirken. Eintrittsanmeldungen nimmt der zweite Vorsitzende und Schriftführer Herr Westenberger entgegen.
Und am 9. Oktober 1905 war folgende Anzeige zu lesen:
Schachklub.
Mittwochs stets Spielabend im „Falken“.
Damit erscheint es berechtigt, am 3.Oktober 2005 das 100-jährige Bestehen des Schachclubs Villingen zu feiern, auch wenn die beiden Weltkriege und die Wirtschaftskrise das Vereinsleben zeitweise zum Erliegen brachten, so daß 1932 und 1946 Neugründungen erfolgten. Wie aus dem Text des Villinger Volksblattes hervorgeht, war ein „Wunsch vieler Freunde des edlen Schachspieles in Erfüllung gegangen“. Demnach wurde offensichtlich schon vor 1905 in Villingen Schach gespielt. Mündliche Überlieferung hatte deshalb das Jahr 1900 zum Gründungsdatum bestimmt, so daß es niemanden verwundern sollte, daß der Schachclub sein 75-jähriges Bestehen bereits im Jahre 1975 gefeiert und aus diesem Grund auch den Badischen Schachkongreß nach Villingen geholt hat. Nun, wer die Villinger kennt, der weiß, daß sie gerne und ausgiebig feiern. Und welcher Verein kann schon von sich behaupten, er hätte dreißig Jahre nach dem 75-jährigen Jubiläum sein 100-jähriges begangen?
Übrigens berichtet auch der Schwarzwälder Bote in seiner Nr. 259/1905 von der Gründung eines Schachclubs in Villingen.

Wer waren nun die Männer, die 1905 in Villingen einen Schachclub gründeten? Als Gründungsvorstand wird der Bankassistent Münch genannt, als sein Stellvertreter der Postassistent Westenberger. Weitere Mitglieder waren Weinhändler Effinger, Lokführer Hirt, Dipl.-Kfm. Honold, Kaufmann Gustav Killy, Dr. Fritz Mayer (später Achern bei Bühl) und die beiden Schwenninger Uhrmacher Stähle und Wiedemann, die dann 1906 auf dem Gründungsphoto des Schachvereins Schwenningen erscheinen, so daß man annehmen darf, daß der Schachclub Villingen die Gründung in Schwenningen mit angestoßen hat. Der Arzt Dr. Podel, Bankdirektor Katz und Rechtsanwalt Schloß scheinen später hinzugestoßen zu sein. Es ist keine Rede davon, daß auch Frauen bei der Gründung mitgewirkt hätten; zumindest in dieser Hinsicht hat sich in den letzten 100 Jahren beim SC Villingen also nicht viel geändert, wenn auch immer mal wieder einzelne Schachspielerinnen den Mut hatten, in diese Männergesellschaft einzudringen.
Rechtsanwalt Bernhard Schloß hatte schon 1914 im Anwesen Luisenstraße 8 eine eigene Praxis. Er war Vorsitzender des Schachclubs Villingen, als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, und mußte kurz danach sein Amt niederlegen, weil er Jude war. 1937 war er gezwungen, sein Anwesen zu veräußern. Sein Nachfolger wurde Bankdirektor Katz. Der Vorgang beweist, daß ein jüdischer Mitbürger wie Bernhard Schloß am Villinger Vereinsleben durchaus teilnehmen und sich Ansehen erwerben konnte, daß also die Juden kein „Fremdkörper im deutschen Volk“ waren, wie von der nationalsozialistischen Propaganda behauptet wurde.
Noch 1957 erinnerte sich der 76-jährige Oberlokführer Wilhelm Keller, im SC Villingen als „Vater Keller“ bekannt, wie er vor annähernd 40 Jahren von seinem Berufskollegen Hirt in einen Kreis wohlsituierter Villinger eingeführt wurde, die damals im Café Späth das Schachspiel pflegten. „Zuerst glaubte ich, in falscher Gesellschaft zu sein.“ Doch sehr bald habe er erkennen müssen, wie sehr das Schachspiel soziale Schichtungen zu überbrücken vermag.
Die Weltwirtschaftskrise in den zwanziger Jahren scheint auch die Lust am Schachspiel beeinflußt zu haben, denn im „Villinger Volksblatt“ vom 21. April 1932 ist zu lesen:
Seit langem haben es viele Schachfreunde Villingens
bedauert, sich nicht in einem Schachverein zusammenschließen zu können. Nun
haben einige Mitglieder des früheren Schachklubs die Initiative ergriffen und
laden zu einer Besprechung über die Gründung eines Schachklubs ein. Es wäre
sehr zu begrüßen, wenn sich viele Schachfreunde einfinden und die Gründung gelingen
sollte.
Aus einer Anzeige in der gleichen Ausgabe geht hervor, daß die Besprechung am Samstag, den 23. April im Nebenzimmer der Tonhalle stattfinden sollte; unterzeichnet war die Anzeige: „Mehrere Mitglieder des früheren Schachklubs“.
Ab diesem Zeitpunkt erschien dann im „Villinger Volksblatt“ auch regelmäßig eine Schachspalte, „bearbeitet von Eugen Faust, Villingen, Kapellenstraße Nr.12“, die unter anderem auch über das Villinger Schachleben berichtete. Die Spielabende fanden am Mittwochabend ab 8 Uhr und am Samstag ab 5 Uhr im Nebenzimmer der Tonhalle statt und „nach langen Bemühungen ist es gelungen, die stärksten Spieler für einen Kampf um die hiesige Schachmeisterschaft“ zu gewinnen: Moser, Uhl, Lude, Faust, Schuppler und Anderes. Ein Städtewettkampf Villingen-Schwenningen des Arbeiter-Schachklubs, der seine Spielabende im „Volkshaus Löwen“ hatte, ging für Villingen 6½:7½ verloren.
So wenig uns über die Jahre nach der Gründung, die Kriegsjahre 1914-1918 und die Nachkriegszeit bekannt ist, so ragen doch zwei Persönlichkeiten heraus, die zumindest in den dreißiger Jahren den Schachclub Villingen mit geprägt haben: Der hervorragende Schachspieler Anton Schuppler, der leider viel zu früh verstarb, und der langjährige Vorstand Heinz Ritter.
Anton
Schuppler (* 4.12.1912) entstammte einer kinderreichen Villinger Familie und
spielte sich im Schachclub Villingen durch Begabung und Ausdauer an die Spitze.
Beim 16. Badischen Schachkongreß, der vom 25. bis zum 29. August 1937 in
Villingen stattfand und auf dem Programmheft als „III. Kongreß des Badischen
Schachverbandes im Großdeutschen Schachbund“ bezeichnet wird, errang er im
Meisterschafts-Turnier den Ersten Preis; Badischer Meister wurde Max Eisinger.
Beim 19. Schachkongreß in Singen 1942, der als einziger Kongreß während des
Krieges ausgetragen wurde, wurde er Vierter. Schuppler war inzwischen verheiratet
und wohnte in Derdingen; als Mitglied beim SC Bretten gewann er mehrmals die dortige
Stadtmeisterschaft. 1947 auf dem 1. Südbadischen Schachkongreß in Endingen -
die Aufteilung Badens in eine französische und amerikanische Zone ließ keine
Badische Meisterschaft zu - erreichte er den dritten Platz und 1948 erhielt er
beim 22. Schachkongreß in Mannheim-Seckenheim für seine Partie gegen Hönig den
Schönheitspreis.
Der 3. Südbadische Schachkongreß 1949 in Haslach im Kinzigtal endete zwar mit dem Sieg von Bogoljubow, der aus neun Partien acht Punkte holte und nur in der achten Runde gegen Schuppler verlor. Weil aber der Großmeister außer Konkurrenz mitspielte, wurde Anton Schuppler mit 5,5 Punkten Südbadischer Meister vor Emil Josef Diemer, Lindau-Scheidegg (5,5) und Dr. Erich Barnstedt, Offenburg (5). Es wird berichtet, daß Bogoljubow vor Beginn der Partie gefragt habe, welche Eröffnung er spielen solle. Anton Schuppler antwortete: „h4“.
Efim Bogoljubow - Anton Schuppler , Südbadische Meisterschaft Haslach, 1949
1.h4 d5 2.d4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sbd2 Lf5 5.c3
Sbd7 6.Se5 Sxe5 7.dxe5 Sd7 8.Da4 h5 9.Sf3 Dc7 10.Lf4 e6 11.Lh2 g6 12.Sd4 Lg7
13.Sxf5 gxf5 14.f4 Sc5 15.Dc2 Se4 16.g3 Lh6 17.Lg2 0–0–0 18.Td1 Tdg8 19.Lxe4
dxe4 20.0–0 Tg4 21.Kh1 Thg8 22.b4 Lf8 23.a4 Le7 24.Td2 Td8 25.Txd8+ Dxd8 26.Td1
Dc7 27.a5 Tg8 28.Lg1! Txg3 29.Lxa7 c5! Dieser unerwartete Bauernvorstoß
ändert das Bild zu Gunsten des Schwarzen. Neben der Drohung cxb4 könnte auch
e4-e3 nebst Dc6+ gefährlich werden. Statt nun mit 30.b5 Dxa5 31.Dd2 Dxb5 32.Lb6
Tg8 33.Ta1 Kb8 34.Da2 Da6 35.Db2 Dc4 36.Da3 auf ein Remis hinzuwirken, bringt
ein ungenügender Verteidigungszug Weiß in Schwierigkeiten: 30.Da4? Dc6 31.b5 De8 32.Tg1
Dg8 33.Txg3 Dxg3 34.Dc4 Dh3+ 35.Kg1 Dg4+ 36.Kh1 Dh3+ 37.Kg1 De3+ 38.Kh1
Zeitnot spielt mit! Keiner der beiden Gegner bemerkt die dreifache Stellungswiederholung.
38...Dh3+ 39.Kg1 Dg3+ 40.Kh1 Dxh4+
41.Kg2 Dg4+ 42.Kh1 Dh3+ 43.Kg1 Dg3+ 44.Kh1 h4 45.a6 Dh3+ 46.Kg1 Dg3+ 47.Kf1 e3
und Weiß gab auf. 0–1
Anton Schuppler verstarb am 27.7.1957 nach langer Krankheit, die er mit großer Geduld ertragen hat, wie Pater Sigismund Brettle OFM berichtete: „Der liebe Verstorbene hatte in seinen freien Stunden Freude am Schach und auch das machte ihn zu einem Stillen im Lande, denn das Schachspiel verlangt Sammlung, scharfes Denken, stilles Beobachten und viel Geduld, um im Kampf den Sieg zu erringen. Das Schachspiel verlangt wie das Leben ein ernstes Ringen um den Sieg.“
1935 wurde Heinz Ritter, wohnhaft in der Waldstraße 21 und Inhaber eines Radiogeschäftes, als Nachfolger von Bankdirektor Katz zum Vorstand gewählt und hatte dieses Amt auch noch inne, als 1939 der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Villinger Schachspieler beim Badischen Schachkongreß in Waldkirch überraschte. Schon 1934 war es seiner Initiative zu verdanken, daß ein Teil des Weltmeisterschaftskampfes Aljechin-Bogoljubow in Villingen ausgetragen und dieses Ereignis durch die publikumswirksame Aufführung einer lebenden Schachpartie auf dem Münsterplatz gefeiert wurde. Wir wissen nichts über seine Spielstärke, aber es wird berichtet, daß er bei Wettkämpfen sozusagen als neunter Mann mit dabei war und allein durch seine Anwesenheit die Mannschaft motivierte und stärkte. Und als Ritter 1937 den Badischen Schachkongreß nach Villingen holte, erwarb er sich nicht nur im eigenen Verein, sondern auch im Badischen Schachverband größtes Ansehen.
Heinz Ritter übernahm 1953 zum zweitenmal die Vereinsleitung, als nach der Neugründung 1946 der SC Villingen in eine gewisse Lethargie verfiel, was sich auch daran zeigt, daß die Mitgliederzahl auf 20 fiel und über mehrere Jahre hinweg, nämlich von 1950 bis 1953, keine Vereinsmeisterschaft mehr ausgetragen wurde. Unter seiner Führung gewann der Schachclub wieder Format, wofür starke Spieler wie Anton Schuppler, Ferdinand Popp, Karl Uhl, Karl Anderes, Konrad Lude und Leopold Bächle beispielhaft genannt seien. 1960 wurde unter seiner Vorstandschaft das sechzigjährige Vereinsjubiläum begangen. Sein größtes Verdienst war aber zweifellos, daß er bereits 1955 in Schaffhausen einen Vergleichskampf an 24 Brettern organisierte, bei dem Popp an Brett 1 den Schweizer Meister Sigg bezwang. Die Schachfreunde aus Schaffhausen gewannen zwar schließlich mit 13,5:10,5, aber damit war der Anfang gemacht für eine Reihe internationaler Begegnungen, die den deutschen Schachspielern in der damaligen Nachkriegszeit das Gefühl gaben, auch von ihren Nachbarn wieder akzeptiert zu werden. Freundschaftsbegegnungen mit Mulhouse in Frankreich, Pfäffikon und Balgach-Heerbrugg in der Schweig, Dornbirn und Bregenz in Österreich kamen hinzu, Schachfreunde aus diesen Orten besuchten Villingen.
Auf Einladung der Schweizer Schachfreunde nahm der SC Villingen 1956 zum ersten Mal am Turnier des Internationalen Schachrings Bodensee (ISB) in Schaffhausen teil und belegte auch gleich den ersten Platz, was unter den 40 teilnehmenden Mannschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz als sensationell empfunden wurde und die damalige Spielstärke der Villinger belegt. Dem Schachclub gelang es, diesen Erfolg 1959 in Balgach und 1963 in Lustensen zu wiederholen.
1958 wurde unter acht Teilnehmern die Einzelmeisterschaft des ISB in Villingen ausgetragen. Lokalmatador Ferdinand Popp, der 1954 und 1957 auch Badischer Pokalsieger war und einmal im deutschen Pokalfinale Stefan unterlag, belegte hinter dem mehrmaligen Vorarlberger Meister und österreichischem Fernschachmeister Josef Giselbrecht den dritten Platz. Der Senior des Turniers, Dr. Linder aus Radolfzell, wurde Zweiter und er war es, der dem Vorsitzenden Heinz Ritter bei dieser Gelegenheit ein großes Lob für die gastliche Aufnahme, die herzliche Atmosphäre und die aufmerksame Betreuung aussprach. Er sagte, die Schachfreunde rings um den Bodensee würden ihm ein bleibendes Andenken bewahren.
Heinz Ritter trat 1962 krankheitsbedingt von seinem Amt zurück und starb am 15. Dezember 1964 im 71. Lebensjahr.
Vor einem echten Neubeginn stand der Schachclub Villingen nach dem Zweiten Weltkrieg. Wenn auch das Vereinsleben durch den Fronteinsatz vieler Vereinsmitglieder und durch die kriegsbedingte Not in der Heimat zusammenbrach, so machten durch den Krieg und seine Folgeerscheinungen, den Aufenthalt in Lazaretten oder Gefangenenlagern, viele Soldaten Bekanntschaft mit dem Schachspiel, die in Friedenszeiten wohl kaum damit in Berührung gekommen wären.
Bei der Neugründung des Vereins am 2. November 1946 hatten sich deshalb die Schachfreunde sehr zahlreich im Gasthof „Schlößle“ eingefunden. Doch es war ein schwieriger Beginn. Zunächst ging es darum, durch eine Werbeveranstaltung möglichst viele Schachspieler als Clubmitglieder zu gewinnen. Man entschied sich für ein Simultanspiel mit Großmeister Efim D. Bogoljubow, für den Triberg zur Wahlheimat geworden war und der in den Jahren 1929 und 1934 mit Alexander Aljechin um die Weltmeisterschaft gekämpft hatte. Am 1. Dezember, einem Sonntag, spielte dann der Großmeister im Gasthof „Schlößle“ gegen die damals stärksten Spieler des Vereins, 11 Bretter simultan und daneben noch zwei Blindpartien. Eugen Faust gewann eine Blindpartie, der damals 20-jährige Walter K.F. Haas trotzte ihm ein Remis ab, alle anderen Partien gewann Bogoljubow.
Der Schachclub durfte nach dem Krieg aufgrund eines Verbotes der Besatzungsmacht nicht seinen traditionellen Namen führen, sondern zählte als „Schachvereinigung“ zum „Allgemeinen Sportverein Villingen“. Zum Vorsitzenden wurde Gustl Ruppert gewählt. Bald wurde auch ein Turnier durchgeführt, das Gustav Müller leitete. Erster Vereinsmeister wurde Karl Anderes vor Konrad Lude.
Schachuhren, heute ein unentbehrliches Requisit für eine Turnierpartie, gab es nicht zu kaufen. Doch der Vorsitzende Ruppert baute in seinem Garten Tabak an und handelte damit für seinen Verein Schachuhren und Schachspiele ein. Die Begeisterung für das Schach war riesig; meistens haben 30 oder mehr Spieler an den Vereinsturnieren teilgenommen. Trotz doppelter Einwohnerzahl ist bis heute die Zahl der Mitglieder nicht wesentlich gewachsen. Die Gründe dafür sind natürlich vielschichtig, aber die Tendenz, seine Freizeit ohne große Anstrengung zu konsumieren, ist unübersehbar. „Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum sich so wenige Menschen damit beschäftigen.“ Das sagte Henry Ford (1863 - 1947).
Das Jubiläum wurde mit einem großen Blitzturnier gefeiert, an dem 32 Vierer-Mannschaften teilnahmen, darunter Gäste aus der Schweiz und aus Frankreich - ein Hinweis auf die guten Kontakte, die Heinz Ritter zu Schachvereinen in den benachbarten Ländern pflegte. Turnierleiter war Leopold Bächle. Sieger nach sieben Runden und Gewinner des von der Stadt Villingen gestifteten Pokals wurde Zürich I vor Zürich II und Basel I, Villingen belegte den 9. Rang. Interessant ist, daß Donaueschingen, heute der große Konkurrent im Bezirk, bereits mit drei Mannschaften antrat, aber nur die Plätze 27, 30 und 32 erreichte. Die Schachfreunde aus Neustadt schickten zwar keine Spieler, dafür aber ein Glückwunschtelegramm, die Freiburger Schachgesellschaft landete im Turnier auf dem 8. Platz und stiftete einen Wimpel mit dem Freiburger Wappen, der inzwischen zwar recht vergilbt ist, aber nach wie vor in Ehren gehalten wird.
Gründungsmitglied
bei der Neugründung des Schachclubs Villingen im Jahre 1946 war auch Walter
K.F. Haas, der zeitweise zu den stärksten Spielern des Vereins zählte (Vereinsmeister
1957), sich vor allem aber einen Namen machte als Verfasser zahlreicher Artikel
zum Thema Schach und als Autor mehrerer Schachbücher. Über mehr als 20 Jahre hinweg
erschienen seine Beiträge in der Zeitschrift „Europa Rochade“ und ohne seine Aufzeichnungen
wäre es wohl kaum möglich gewesen, diese Zeilen über die Geschichte des
Schachclubs Villingen niederzuschreiben. Haas war ein sehr vielseitig
interessierter Mann und beschäftigte sich mit Philatelie, Photographie,
Familien- und Stadtgeschichte, war - nicht zuletzt aufgrund seiner Tätigkeit
beim Grundbuchamt - ein Experte für Straßennamen, aber seine ganze Liebe galt
dem Schachspiel. Er besaß eine umfangreiche Schachbibliothek, aus der er mit
dem Fleiß einer Biene Partien und Diagramme für seine Veröffentlichungen
zusammenstellte. Als Jugendwart, Übungsleiter, Schulschachwart, Seniorenwart,
Schiedsrichter und Fernschachspieler wurde er über die Grenzen des
Schachbezirks Schwarzwald hinaus bekannt, fünf Jahre war er Referent für Breiten-
und Freizeitsport beim Badischen Schachverband, vielfach wurde er für seine
Aktivitäten geehrt. Schach prägte sein ganzes Leben, so daß es nicht
verwundert, daß er eine ganze Sammlung von Lebensweisheiten zusammenstellte,
die er mit dem Schachsport in Verbindung bringen konnte und die er um eigene
tiefsinnige Gedanken ergänzte.
Walter K.F. Haas starb am 11.8.2000 im 74. Lebensjahr. Seither veranstaltet der SC Villingen zu seinem Gedenken das Walter-K.F.-Haas-Turnier für Senioren und Nestoren, das inzwischen zu einer Veranstaltung geworden ist, auf die sich jedes Jahr die älteren Schachspieler freuen. Wir wollen sein Andenken ehren mit einem Spruch des Dichters Novalis (1777-1801), den uns Walter K.F. Haas selbst ans Herz gelegt hat: „Idealist sein heißt Kraft haben für andere.“
Hans
Schneider, gebürtiger Konstanzer, gehörte nach seiner Rückkehr aus der
Kriegsgefangenschaft seit 1948 zu den ersten Mitgliedern des SC Villingen nach
seiner Wiedergründung. Neben seiner beruflichen Tätigkeit am Finanzamt engagierte
er sich als Schriftführer und wurde 1964 als Nachfolger von Hans Schwarz zum
Vorsitzenden gewählt. Während seiner Amtszeit fand 1975 der Badische Schachkongreß
in Villingen statt. Es gelang Hans Schneider, den deutschen Großmeister
Wolfgang Unzicker und Vizeweltmeister Viktor Kortschnoj für Simultanvorstellungen
in Villingen zu gewinnen, und 1983 holte er den Jugendländerkamnpf Deutschland-Schweiz
in die Zähringerstadt. Es ist mit Schneiders Verdienst, daß seit 1974 in der
Doppelstadt Villingen-Schwenningen eine gemeinsame Stadtmeisterschaft
ausgetragen wird, die er 1976 auch selbst gewinnen konnte. Sechsmal war er Vereinsmeister
des SC Villingen und ist bis zum heutigen Tag als erfahrener und angriffslustiger
Turnierspieler im Bereich Schwarzwald-Bodensee bekannt.
Hans Schneider gab seine Erfahrung in Schachkursen an junge Nachwuchsspieler weiter. Er leitete den Schachclub Villingen 27 Jahre und ist seither Ehrenvorsitzender. Der Badische Schachverband verlieh ihm die Goldene Ehrennadel. Die folgende Partie zeigt Angriffsstil und schachliches Können unseres Ehrenvorsitzenden.
Hans Schneider - N.N., Konstanz-Villingen 1984, Sizilianisch
(Morra-Gambit).
1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.c3 dxc3 4.Sxc3 Sc6 5.Sf3 g6. Schwarz wählt einen riskanten Aufbau, denn der folgende Zug von Weiß übt starken Druck auf f7 aus. 6.Lc4 Lg7 7.0–0 d6 8.De2 Lg4? 9.Lxf7+ Zerstörung der Bauerndeckung. 9...Kf8 10.Lb3 Sd4? Auf 10....Lxc3 folgt 11.Dc4 mit starkem Angriff (J. Kirmas - B. Roeber, 1994) 11.Sxd4! Lxe2 12.Se6+ Ke8 13.La4+ b5 14.Sxb5!! Meisterhaft im Stil von Paul Morphy! 14....Da5 15.Sxd6# 1–0
Interessant ist eine Rangliste von 1967, in der Schneider nach Mayer, Schnekenburger, Wallner, Jock und Klein erst auf Rang 6 erscheint, vor Siegfried Ketterer. Ein Zeichen, daß er danach trotz Beanspruchung durch Beruf und Ehrenamt noch an Spielstärke gewinnen konnte. Dazu gehört auch, daß Villingen I in der Spielzeit 1970/71 zum ersten Mal in der Verbandsliga spielte und immerhin sechster wurde. Villingen II belegte in der Landesliga Rang 9, arbeitete sich aber 1971/72 auf Rang 6 vor.
Nachfolger von Hans Schneider wurde 1991 Peter Cerff, dem hoch anzurechnen ist, daß es ihm gelang, für den Schachclub Unterkunft in der Volkshochschule am Münsterplatz zu besorgen, so daß nach Jahren in verschiedenen Gaststätten, zuletzt im Ganterstüble und in der Gaststätte Bertholdshöhe, für Trainingsabend und Verbandsspiele ein Raum zur Verfügung steht, der auch Jugendlichen zugänglich ist. 1995 wählte die Mitgliederversammlung Rudolf Thiemke zum Vorsitzenden, der den Verein nun schon zehn Jahre erfolgreich leitet und ihn in das zweite Jahrhundert seiner Vereinsgeschichte führen will.
Als am 1. Januar 1972 die badische Stadt Villingen und die württembergische Stadt Schwenningen zur Doppelstadt Villingen-Schwenningen vereinigt wurden, bedeutete dieses Ereignis nicht, daß auch die Schachspieler sich hätten vereinigen können, gehörten doch die beiden Vereine, der SC Villingen und der Schachverein Schwenningen verschiedenen Landesverbänden an, die sich bis heute nicht zu einem baden-württembergischen Verband zusammenschließen konnten. Umso höher ist das Verdienst der damaligen Vereinsvorsitzenden, Hans Schneider und Hans-Dieter Schramm, einzuschätzen, die 1974 die erste gemeinsame Stadtmeisterschaft veranstalteten. Heinz Gerstenberger vom SCV wurde der erste Stadtmeister von Villingen-Schwenningen. Die Stadtmeisterschaft findet seither jedes Jahr statt und ist eine der wenigen Veranstaltungen, bei der sich Sportler aus beiden Teilen der Stadt miteinander messen und dadurch ein wenig zum Zusammenwachsen der beiden Stadtteile beitragen. Hans Schneider selbst konnte die Stadtmeisterschaft 1976 gewinnen. Und hier die ersten Stadtmeister aus diesem Jahrtausend:
2000 Joachim Reutter vor Florian Stauss, Robert Hirt
2001 Jörg Schlenker vor Dietmar Klostermann, Hauke Berger, Joachim Reutter
2002 Dietmar Klostermann vor Jörg Schlenker, Anton Rösch
2003 Peter Cerff vor Dietmar Klostermann, Viktor Mishin, Hauke Berger
2004 Jörg Schlenker vor Remy Heimers, Viktor Mishin, Walter Strobel
Anläßlich des 75-jährigen Jubiläums, von dem wir heute wissen, daß es vermutlich fünf Jahre zu früh gefeiert wurde, fand vom 16. bis zum 24. Mai 1975 der Badische Schachkongreß in der Alten Tonhalle in Villingen statt - für einen kleinen Verein wie den SC Villingen eine enorme Herausforderung. Neben dem Vorsitzenden Hans Schneider erwarb sich Heinz Weber, der als Quartiermeister fungierte, besondere Verdienste um die Durchführung des Kongresses.
Sieger in der Meisterklasse und damit Badischer Meister wurde Dr. Wolfram Berner aus Heidelberg, der sich in einem Zeitungsinterview lobend über die Organisation des Kongresses und den Aufenthalt in Villingen und seiner schönen Umgebung äußerte. Allerdings regte er an, das Dach der Tonhalle besser zu isolieren. „Schachspieler brauchen nun einmal viel Sauerstoff, bei starker Sonneneinstrahlung bekamen wir kaum Luft.“ Dem Mann kann geholfen werden, die Neue Tonhalle läßt in dieser Hinsicht keine Wünsche mehr offen.
Seniorenmeister wurde Dr. Erich Barnstedt aus Offenburg, Meister im Blitzschach unter 108 Teilnehmern völlig überraschend Norbert Borgmann vom SC Villingen, der damals in Göttingen Pädagogik studierte und seinen Erfolg darauf zurückführte, daß er dort Blitzschach stets mit fünf Minuten Bedenkzeit spielte, so daß er bei sieben Minuten Bedenkzeit keine Probleme hatte.
Am Pfingstdienstag 1975 erlebten die Teilnehmer des Kongresses eine Simultanvorstellung von Großmeister Wolfgang Unzicker. Zunächst mußten 46 Simultangegner und zahlreiche Zuschauer, unter ihnen der mehrmalige badische Meister Max Eisinger, der aus dem nahen Unterkirnach stammte, eine geschlagene Stunde auf den Großmeister warten, der von einem Urlaub am Gardasee angereist kam und sich wohl in der Entfernung vertan hatte. Dann aber ließ er keinen Zweifel mehr aufkommen, wer sich auf dem Schachbrett besser auskennt. Er gewann 30 Partien, 16 Partien endeten remis.
Unzicker ließ es zu, daß die Hälfte seiner Gegner mit den weißen Figuren spielte, so daß ein Spieler aus Zähringen Gelegenheit bekam, gegen den Großmeister das berüchtigte Blackmar-Diemer-Gambit anzuwenden. Hinter dem Zähringer Spieler stand, als Zuschauer getarnt, aber an der Partie sicher nicht ganz unbeteiligt, Emil Josef Diemer, ehemaliger badischer Meister und eifriger Verfechter seines vom ihm weiterentwickelten Gambits. Nach der Simultanvorstellung fragte Hans Schneider den Großmeister, ob er hinter dem Spieler, der das Blackmar-Diemer-Gambit gespielt habe, auch Meister Diemer habe stehen sehen. Unzicker: „Ja, ja, den hab´ ich schon stehen sehen. Aber dös Gambit, dös daugt doch nix.“
Am 4.6.1982 spielte der damalige Vizeweltmeister Viktor Kortschnoj auf Einladung des SC Villingen im Theater am Ring simultan. An den 40 Brettern im großen Viereck zumeist erfahrene Spieler, unter ihnen zwei Damen. An Brett 18 sitzt der Benjamin der Runde, gerade zehn Jahre jung - Markus Merklinger aus Bad Dürrheim. Der blonde Bub spielt erst seit zwei Jahren Schach, aber schon nach einer halben Stunde wissen die Zuschauer, daß hier ein ganz großes Talent die Figuren des königlichen Spieles bewegt. Markus macht einen ausgeglichenen Eindruck, von Lampenfieber keine Spur, und je mehr der Abend fortschreitet, umso mehr Sympathien heimst er beim fachkundigen Publikum ein.
Viktor Kortschnoj geht von Brett zu Brett, ein kurzer prüfender Blick, dann der Zug. Alles geht sehr sachlich und mit ungeheuerer Konzentration vor sich. Bis Markus Farbe ins Geschehen bringt. Knapp drei Stunden sind gespielt, die Partie steht gut für den Jungen, und als der Großmeister zu ihm ans Brett kommt, bietet ihm Markus selbstbewußt, aber ohne einen Hauch von Überheblichkeit, das Remis an. Die Umstehenden lächeln amüsiert, aber dann kommt ehrlicher Respekt auf. Kortschnoj wirft einen kurzen Blick auf das Brett: „Später vielleicht“ - und schon ist er bei der nächsten Partie. Markus wurde später der beste Jugendspieler im Bezirk und zählte in seiner Altersklasse zu den zehn Besten im Land, entwickelte sich zum Spitzenspieler beim SC Villingen und danach beim SC Donaueschingen.
Nicht unerwähnt soll eine kleine Begebenheit bleiben, die sich zu Beginn der Simultanvorstellung zutrug und jeden Schachspieler zum Schmunzeln bringen dürfte. Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Villingen-Schwenningen, Dr. Gerhard Gebauer, hatte die Ehre, für Viktor Kortschnoj am ersten Brett den ersten Zug zu machen. Obgleich selbst Schachspieler, guckte sich der OB hilfesuchend nach dem Vorsitzenden Hans Schneider um: „Mit welchem Zug soll ich denn beginnen?“ Hans Schneider gab ihm den Rat: „Ziehen Sie einfach den g-Bauer!“ Dr. Gebauer brauchte eine Weile, bis er begriff, daß nicht er selbst gemeint war ....
Als Teilnehmer des Turniers in Mannheim 1914 waren Dr. Alexander Aljechin und Efim Dmitrijewitsch Bogoljubow vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges überrascht und zusammen mit anderen russischen Schachspielern in Baden-Baden, dann in Triberg interniert worden. Dort übten sich die beiden Meister im Blindspielen und spielten mehrere Übungsturniere gegeneinander. In ihrem ersten Weltmeisterschaftskampf 1929 trug Aljechin den Sieg davon (+11, –5, =9).
Der Revanchekampf begann am Ostersonntag, den 1. April 1934, um 14 Uhr im Marmorsaal des Kurhauses Baden-Baden. Bogoljubow hatte die weißen Steine und verbrauchte schon im elften Zug nahezu 45 Minuten Bedenkzeit. Über Dr. Aljechin berichtete die Presse, daß er während der Partie 27 Zigaretten verbrauchte und immer dann, wenn sein Gegner nachdachte, wie ein Raubtier das Schachbrett umkreiste.
Am 9. April traf Dr. Aljechin nebst Gattin mit einem Punktestand von 2:1 zur Fortsetzung des Wettkampfes in Villingen ein. Am nächsten Tag kamen auch Efim Bogoljubow, seine Sekundanten, die Wiener Schachmeister Hans Kmoch und Hans Müller, und Schiedsrichter Prof. Hild-Ohrdrup. Als Zuschauer hatte sich Großmeister Aaron Nimzowitsch eingefunden. In den oberen Räumen des Hotels „Blume-Post“ am Marktplatz, das nach dem Krieg einem Kaufhaus-Neubau weichen mußte, begann am 11. April um 20 Uhr die vierte Partie, die in die Schachgeschichte einging und Villingen, den Ort ihrer Entstehung, bei Schachspielern weltweit bekannt machte. Alexander Aljechin hatte Weiß und die Partie wurde nach 40 Zügen mit leichtem Vorteil für den Führer der schwarzen Steine, Efim Bogoljubow, abgebrochen. Die Hängepartie, die am nächsten Tag weitergespielt wurde, endete mit einer Tragödie für Bogoljubow, der in einen teuflischen Hinterhalt geriet, nachdem Aljechin mit seinem 48. Zug einen Köder ausgelegt hatte. Schwarz biß an und schon wenige Züge später entfalteten die weißen Figuren eine ungeahnte Kraft, wodurch sich das Bild wie durch Zauberhand veränderte. Diese Villinger Partie mit ihrer dramatischen Wendung verdient es, hier festgehalten zu werden.
Aljechin, Alexander - Bogoljubow, Efim, Villingen 1934.
1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sc3 Sf6 4.e3 e6 5.Ld3
Sbd7 6.f4?! dxc4! 7.Lxc4 b5 8.Ld3 Lb7 9.Sf3 a6 10.a4?! b4 11.Se2 c5! 12.0–0 Le7 13.a5?! 0–0 14.Sg3 g6 15.De2 cxd4 16.exd4 Sb8!
17.Se5 Sc6 18.Sxc6 Lxc6 19.Lc4? Lb7–+ Nach Meinung von Lasker hat
Schwarz bereits jetzt eine strategisch gewonnene Position. 20.Le3 Dd6 21.Tad1 Tfe8 22.b3 Lf8 23.Td3 Dc7!? 24.Da2 Ld6 25. Dc6!
26.Le1 Tad8 27.Td2 Le7? 28.Db2 Td7–+ 29.Tc2? Dd6? 30.Se2 Sd5 31.Dc1 Ld8 32.Lg3
De7? 33.Ta2 Df6 34.Dd2 Df5 35.Ld3 Df6 36.Lc4 Le7 37.Dd3 Ted8 38.Le1 Df5µ 39.Dd2
De4? 40.Ld3 De3+ 41.Lf2 Dxd2 42.Txd2 Tc8 43.Lc4 Kg7 44.g3 Tcd8 45.Tc1 h6
„Jetzt war Sf6 nebst Sg4 das richtige Verfahren, sich einen kleinen, doch bei richtiger Fortsetzung wohl entscheidenden Positionsvorteil zu sichern, denn nur mit geduldiger Kleinarbeit konnte Schwarz hoffen, die zwar geschwächte, doch immerhin noch sehr widerstandskräftige Stellung des Gegners nach und nach aus den Angeln zu heben.“ - Hans Müller
46.Ld3 f5 47.Tdc2 g5? 48.g4!! Sxf4?
Die erstmals 1939 in London erschienene Partiensammlung von Aljechin „My best games of chess 1924-1937“ enthält auch diese 1934 in Villingen gespielte Wettkampfpartie. Aljechin schreibt darin zum 48. Zug:
„Schwarz kann nicht gut das
Bauernopfer annehmen, z.B. 48...f5xg4 49.f5! Kf7 50.f5xe6+ Kxe6 51.Sg3 nebst
Te1+ mit Vorteil für Weiß. Aber er sollte spielen 48...g5xf4 49.g4xf5 Kf7 mit
ungefähr ausgeglichener Stellung. Dieser Austausch seiner am besten postierten
Figur Sd5 gegen die lahmgelegte auf e2 verdirbt bestimmt die Stellung des
Schwarzen. Es ist interessant, diese Wiederbelebung der weißen Figuren zu beobachten,
welche noch vor kurzer Zeit kaum ziehen konnten.“
49.Sxf4
gxf4 50.gxf5 e5 51.Te1! exd4
„Schwarz sieht nicht die folgende
hübsche Kombination. Die einzige Chance auf Rettung bestand in 51...Lf6. Weiß
könnte antworten 52.Tc4 e5xd4 53.Txb4 mit den besseren Aussichten.“
52.Txe7 Txe7 53.Lh4! Kf7 54.Lxe7 Kxe7 55.Tc7+ Td7 56.f6+ Ke8 57.Lg6+! Der Todesstoß! 57...Kd8 58.f7 Kxc7 59.f8D f3 60.Dxb4 Td6 61.Ld3 1–0
Die am 13. und 14. April gespielte fünfte Partie endete im 51. Zug remis. Die beiden Schachmeister spielten drei weitere Partien in Freiburg. Über Pforzheim, Stuttgart, München und andere Städte ging es dann zum Finale nach Berlin, wo Aljechin mit 8:3 Punkten bei 15 Remispartien Sieger wurde und damit Weltmeister blieb.
Efim Bogoljubow war 1889 in der Ukraine als Sohn eines russisch-orthodoxen Geistlichen geboren worden und hatte zunächst Theologie, dann Landwirtschaft studiert, bevor er sich entschloß, Berufsschachspieler zu werden. Er hatte eine Triberger Gastwirtstochter geheiratet und 1927 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, bestritt also beide Weltmeisterschaftskämpfe gegen Aljechin als deutscher Großmeister. Sein Einfluß auf das deutsche Schach ist unbestritten, aber auch die schachsportlichen Aktivitäten in Triberg und Umgebung, wozu in diesem Fall sicher auch Villingen zu zählen ist, haben ihm viel zu verdanken. In dieser Region gibt es aktive Schachspieler, die dem Meister als Buben bei den Triberger Wasserfällen begegnet sind und von ihm auf dem stets mitgeführten Steckschach ihre ersten Schachlektionen erhielten. Efim Bogoljubow starb 1952 in Triberg, wo er begraben liegt. Dort leben heute noch Tochter, Enkel und Urenkel.
Ein originelles Schauspiel vollzog sich am folgenden Sonntag (15. April 1934) auf dem Münsterplatz bei der Vorführung einer Schachpartie mit lebenden Figuren, dirigiert durch die beiden Schachmeister. Auf das Pflaster des Münsterplatzes war ein riesiges Schachbrett gemalt, auf welchem Alt-Villinger Bürgerwehrleute und Alt-Villingerinnen mit ihren Goldhauben als weiße Figuren Aufstellung genommen hatten. Als schwarze Figuren hatte man Trachtenträger aus dem Villinger Umland mit ihren schwarzen Gewändern und Hauben gewählt, darunter Uhrenträger, Fuhrleute mit Peitschen und Bauern mit Dreschflegeln. Die schwarze Dame war ein Schappelmaidli mit farbenprächtigem Kopfschmuck.
Alexander Aljechin und Efim Bogoljubow dirigierten ihre Figuren von zwei einander gegenüberliegenden Tribünen aus, die Züge folgten einer Partie, die zwischen Dr. Lasker und Sir Thomas gespielt worden war. Der Schwarzwälder Humor gestaltete das Spiel sehr lebhaft. So zog der schwarze König, ins Gewand eines Dorfschulzen gekleidet, mehrmals zur Stärkung eine Flasche Kirschwasser aus seinem Rock, als er in Bedrängnis kam, und versuchte, Schachgebote durch Aufspannen seines urgroßväterlichen Regenschirms abzuwehren, während die auf der anderen Seite spielende Villinger Bürgerwehr den jeweiligen Gegner mit Waffengewalt aus dem Felde schlug. Jeder Zug wurde von der Standartenkapelle mit einem Trompetensignal angekündigt und ein Trommelwirbel bedeutete „Schach dem König“. Eine zahlreiche Zuschauermenge wohnte bei schönstem Frühlingswetter dem interessanten Schauspiel bei und belohnte die beiden Schachmeister durch Ovationen.
Als Abschiedsgeschenk der Stadt Villingen überreichte Bürgermeister Schneider dem Weltmeister Aljechin eine Schwarzwälder Uhr und Großmeister Bogoljubow einen Radioapparat.

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Andreas Holl - Peter Cerff
Stadt-Meisterschaft Villingen, 1976
1.Sxg6+ fxg6 2.Td7 De5 3.Dxg6 und Schwarz gab auf. Auch 1.Td7 De5 [1...Dxd7] 2.Sxg6+ fxg6 3.Dxg6 Dxf6 4.Txf6 hätte mit Zugumstellung zum Ziel geführt.
Hans-Joachim Dittmar - Rainer Schlenker, Schnellschach Villingen 1989
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 f5 4.Sc3 Gilt
fast als Widerlegung des Gambitzuges 3...f5. 4...fxe4 Auf 4...Sf6 5.exf5 e4 kommt Weiß mit 6.Sg5 in Vorteil. 4...Sd4
wird mit 5.Sxe5 beantwortet. 5.Sxe4 d5 6.Sxe5!! 6.Sg3! Lg4 7.0–0 Le7
8.h3 Lxf3 9.Dxf3 Sf6 10.De2 Ld6 11.d4 e4 12.c4! Balbochan-Dückstein, Warna
1962. 6...dxe4 7.Sxc6 Dg5 8.De2 Sf6 9.f4
Dxf4 10.d4 Dh4+ 11.g3 Dh3 12.Se5+ c6 13.Lc4 Le6 14.Lg5 Ld6 15.0–0–0 0–0–0
16.Df1 Thf8 17.Sf7 Td7 18.Sxd6+ Txd6 19.Df4 Tfd8 20.Le2 Dg2 21.Df1 Dxf1
22.Thxf1 Txd4 23.Txd4 Txd4 24.Lxf6 gxf6 25.Txf6 Kd7 26.c3 Td6 27.Th6 Lf5
28.Txd6+ Kxd6 29.Kd2 a5 30.Ke3 Ke5 31.Ld1 c5 32.La4 ½–½
Wegen Zeitnot auf beiden Seiten endete diese scharfe Partie mit einem Remis. Weiß hätte versuchen können, mit g4, h4 auf Gewinn zu spielen.
Eduard Klostermann - S. Marschall, Jugend-Meisterschaft, 1992
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.d3
d6 6.Sc3 b5 7.Lb3 Lg4 8.Le3 Sa5 9.a3 Le7 10.La2 c5 11.Lb1 Sc6 12.Sa2 0–0 13.c3
a5 14.Lc2 Dc7 15.h3 Lxf3 16.Dxf3 Tfb8 17.Sc1 b4 18.axb4 axb4 19.Txa8 Txa8
20.Ld2 bxc3 21.bxc3 Ta1 22.0–0 Da5 23.De3 h6 24.Dg3 Kh7 25.Lb3 Sd8 26.f4! exf4
27.Dxf4 Se6 28.Df5+ Kg8 29.Lxe6 fxe6 30.Dxe6+ Kf8 31.Lf4 Ke8 32.Lxd6 Da7 33.e5
Sh5 und in Zeitnot nahm Weiß das Remisangebot von Schwarz an, obwohl die Stellung
klar gewonnen war: 34.Dc8+ Ld8 35.Tf8# ½–½
Dietmar Klostermann (2140) - FM H. Metz (2270), Villingen-Kuppenheim 1993
1.e4 c6 2.d4 d5 3.Sd2 dxe4 4.Sxe4 Sf6 5.Sg3
h5 6.Lc4 h4 7.S3e2 Lf5 8.Sf3 e6 9.Lg5 Le4 10.Sxh4 Da5+! 11.Ld2! (11.Dd2
wäre fehlerhaft wegen 11...Dxd2 12.Kxd2 Lxg2 mit klarem Vorteil für Schwarz) 11...Dh5 12.Sf3 Lxf3 13.gxf3 Dxf3 14.Sg3
Dxd1+ 15.Txd1 Ld6 16.0–0 Sbd7 17.Kg2 0–0–0 18.Ld3 Sb6 19.c3 Sbd5 20.c4 Sf4+
21.Lxf4 Lxf4 22.Lb1 Th4 23.Td3 Lxg3 24.fxg3 Thxd4 25.Tfd1 Txd3 26.Txd3 Sg4 27.h4
c5 28.b3 Txd3 29.Lxd3 Kd7 30.Le2 Se3+ 31.Kf3 Sc2 32.Ld1 Sb4 33.a3 Sc6 34.g4 Ke7
35.Kf4 f6 36.h5 Kf7 37.Lf3 g5+ 38.Ke3 Se5 39.Lxb7 Sxg4+ 40.Kd3 Ke7 41.b4 Kd6
42.Lc8 Se5+ 43.Kc3 cxb4+ 44.axb4 Sf7 45.c5+ Ke7 46.b5 e5 47.Kc4 Kd8 48.Lh3!
Die einzig richtige Antwort, denn nach 48.Lb7 f5 49.Kd5 e4 50.Ke6 e3 51.Lf3 g4
52.Le2 g3 53.Kxf7 g2 54.h6 g1D 55.h7 Dh2 56.Kg8 Dg3+ gewinnt Schwarz. Sh6 49.Kd5 g4 50.Lg2 Sf5 51.Ke6 Sg7+ 52.Kxf6 Sxh5+ 53.Kxe5 Ke7 54.Ld5
Sg3 55.Lc4 Sh1 56.Kf4 Sf2 57.Le2 g3! 58.Lf1 Sd3+!! 59.Kxg3 Sxc5 ½–½
S. Grün - Marco Ragni, Verbandsliga Süd, 1994
1.e4 c6 2.Sc3 d5 3.Df3 e6 4.e5 Dc7 5.d4 Ld7 6.Dg3 Se7 7.Ld3 Sg6 8.Sf3 c5!
9.dxc5 Lxc5 10.h4 Lf8 11.h5 Se7 12.h6 Sg6 13.Ld2 a6 14.0–0–0 Sc6 15.Lxg6 hxg6
16.hxg7 Lxg7 17.Txh8+ Lxh8 18.Dh4 Lg7 19.Lg5 Sxe5 20.Th1 Lb5 21.Dh7 Kf8! 22.Lh6
Lxh6+ 23.Dxh6+ Ke7 24.Dg5+ f6 25.Th7+ Sf7 26.Dxg6 Tf8 27.g3 Dc5 28.Sd1 Le2
29.Sh4 Lxd1 30.Kxd1 Dxf2 Durch geschicktes Spiel gewinnt Schwarz die Oberhand auf dem Königsflügel. 31.Tg7 Dg1+ 32.Kd2 Db6 33.Dh7 Ke8 34.Sg6
Sg5! 35.Te7+ Kd8 36.Td7+ Kc8 37.De7 Df2+ 38.Kd1 Df1+ 39.Kd2 Se4+ 40.Ke3 Df2+
41.Kd3 Dd2# 0–1
J. Kittel - Hans Schneider, Senioren Open 1995
1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.e3 c6 4.Ld3 Lg7 5.Sbd2
d5 6.0–0 0–0 7.De2 Te8 8.Te1 Lg4 9.h3 Lxf3 10.Sxf3 Sbd7 11.c3 e5 12.dxe5 Sxe5 13.Lc2
Dc7 14.Ld2 Sc4 15.Tab1 Sxd2 16.Dxd2 Te7 17.Tbd1 Tae8 18.Lb1 b5 19.Dd3 Se4
20.De2 f5 21.Df1 Tf8 22.g3 a6 23.Dg2 Lf6 24.Lc2 a5 25.a3 a4 26.Df1 Sc5 27.Td2
Tfe8 28.Ted1 Se4 29.Te2 Lg7 30.Tee1 Db6 31.Dd3 Sxg3 32.fxg3 Txe3 33.Txe3 Txe3
34.Dd2 Te2+
Böhler - Peter Cerff, Landesliga Villingen 1997
1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.g3 Lb4 4.Lg2 Sc6 5.Sd5
Lc5 6.Sxf6+ Dxf6 7.e3 0–0 8.Se2 Sb4 9.0–0 Dg6 10.Sc3 c6 11.a3 Sa6 12.b4 Lb6
13.Lb2 d6 14.d4 Lg4 15.Dd2 Tad8 16.d5 Sb8 17.a4 c5 18.La3 cxb4 19.Lxb4 Sa6
20.a5 Lc5 21.La3 Lxa3 22.Txa3 Sc5 23.f3 Lf5 24.e4 Ld7 25.Tb1 h5 26.Lf1 f5
27.Dg2 Tf6 28.Ta2 Dh6 29.Dd2 f4 30.gxf4 Txf4 31.Lg2 Dg6 32.Df2 Tdf8 33.Kh1 h4
34.Tg1 Dh5 35.Sb5 35.h3 hilft nicht, denn Schwarz spielt Txf3 36.Lxf3 Txf3
37.Dg2 Tg3 38.Dd2 Txh3+ 39.Kg2 Df3#.
Sxe4 36.De3 (36.De1 Sg3+
37.hxg3 hxg3+) Sg3+ 0–1
Thomas Burggraf - Reinhard Welsch, Radolfzell I - Villingen II 2001
kommentiert von Thomas Burggraf
1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 g6 4.Lg5 Lg7 5.Dd2 h6 6.Lf4 g5 7.Le3 Sg4 8.Lb5+ c6 9.Ld3 Sxe3 10.Dxe3 Db6 11.Sge2 e5 12.d5 Dxb2?! So einen Bauern nimmt man doch nicht, oder? Öffnet Weiss die b-Linie und die schwarze Dame lebt gefährlich! 13.Tb1 Da3 14.dxc6 bxc6 15.0–0 Sd7 16.Lc4 Sc5 17.Tfd1 Le6 18.Lxe6 Sxe6 19.Tb7 Sd4 20.Sxd4 exd4 21.Te7+! Kf8 [21...Kxe7 22.Sd5+ mit Damengewinn.] 22.Df3 f6 23.Txd4 Dc5 [23...Dc1+ 24.Td1 Dxd1+ 25.Sxd1 Kxe7 26.Se3 Thd8 27.Sf5+ Kf8 28.Kf1 und Weiß hätte wohl schwerlich gewonnen.] 24.Td7 Dxd4 Td4 war tabu! [24...Kg8 25.T4xd6 Th7 26.Sd1+-] 25.Dh5 Dc4 26.Sd5 WOW! Ein Zug der 3 Ausrufezeichen verdient hätte!!! Schwarz gab auf! Das Matt ist nicht mehr zu decken! Man beachte den weißen Bauern auf c2,der das Grundlinienmatt verhindert! Wenn Kasparov diese Partie gespielt hätte,dann wäre bestimmt der Schönheitspreis drin gewesen! 1–0
Dietmar Klostermann -
R. Eicher, Verbandsliga 2004
1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 e5 5.Sb5 a6 6.Sd6+ Lxd6 7.Dxd6 Df6 8.Dd2 Dg6 9.f3 Sge7 10.c4 d6 11.Sc3 f5 12.Df2 0–0 13.h4 fxe4 14.h5 De8 15.Sxe4 Sf5 16.Ld2 Scd4 17.Ld3 Kh8 18.h6 g6 19.Lg5 Le6 20.Lf6+ Kg8 21.g4 Se7 22.Sxd6 Dc6 23.Se4 Dd7 24.0–0 Tf7 25.Dg3 Sec6 26.Tad1 Taf8 27.Lg7 Txf3 28.Txf3 Txf3 29.Sf6+ Kf7 30.Dh4 De7 31.Lxg6+ hxg6 32.h7 Tg3+ 33.Kh1 Txg4 34.Dh6 Sf5 35.h8S# 1–0
Dietmar Klostermann - S. Klaus (2080), Staufer Open 2004
1.e4 e5 2.Sf3 d6 3.Lc4 Lg4 4.Sc3 Sc6 5.0–0
Sd4 6.Sxe5 Lxd1 Sicher könnte Schwarz mit 6...dxe5 7.Dxg4 Sxc2 8.Dh5 De7
9.Sd5 das Leiden noch verlängern, aber mein Gegner wollte sich wohl einen
freien Tag verschaffen zur Vorbereitung auf die nächste Runde! 7.Lxf7+ Ke7 8.Sd5# 1–0
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1947 |
Karl Anderes |
1979 |
Andreas Holl |
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1948 |
Karl Uhl |
1980 |
Wolfgang Block |
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1949 |
Karl Uhl |
1981 |
Peter Reuter |
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1954 |
Leopold Bächle |
1982 |
Andreas Holl |
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1955 |
Hans Meßmer |
1983 |
Hans Schneider |
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1956 |
Karl Anderes |
1984 |
Hans Schneider |
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1957 |
Walter K.F. Haas |
1985 |
Hans Schneider |
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1958 |
Hans Meyer |
1986 |
Hans-Joachim Dittmar |
|
1959 |
Hans Meyer |
1987 |
Richard Kirsch |
|
1960 |
Hans Meyer |
1988 |
Hermann Schneider |
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1961 |
Hans Schneider |
1989 |
Markus Merklinger |
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1962 |
Erwin Klein |
1990 |
Christoph Steinhart |
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1963 |
Hans Schneider |
1991 |
Christoph Steinhart |
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1964 |
Erwin Klein |
1992 |
Christoph Steinhart |
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1965 |
Leopold Bächle |
1993 |
Dietmar Klostermann |
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1966 |
Hans Meyer |
1994 |
Christoph Steinhart |
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1967 |
Hans Meyer |
1995 |
Burkard Richter |
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1968 |
Hans Meyer |
1996 |
Dr. Claus Ziegler |
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1969 |
Hans Meyer |
1997 |
Burkard Richter |
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1970 |
Reinhard Welsch |
1998 |
Hans-Joachim Dittmar |
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1971 |
Reinhard Welsch |
1999 |
Hans-Joachim Dittmar |
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1972 |
Reinhard Welsch |
2000 |
Hans-Joachim Dittmar |
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1973 |
Heinz Gerstenberger |
2001 |
Anton Rösch |
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1974 |
Heinz Gerstenberger |
2002 |
Hans-Joachim Dittmar |
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1975 |
Reinhard Welsch |
2003 |
Dietmar Klostermann |
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1976 |
Reinhard Welsch |
2004 |
Nils Gentner |
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1977 |
Andreas Holl |
2005 |
Peter Siegert |
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1978 |
Hans Schneider |
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1970/1971 spielte der SC Villingen zum ersten Mal in der südbadischen Verbandsliga und kam auf Platz 6, in der Spielzeit 1971/1972 reichte es immerhin noch für Platz 8 und den Klassenerhalt, aber in den darauffolgenden Jahren war es die Landesliga, in der die Villinger Schachspieler zu kämpfen hatten.
1992 glückte der Aufstieg, aber nur, um am Ende der Spielzeit abzusteigen. 1994 stieg die Mannschaft auf, kehrte 1995 aber wieder in die Landesliga zurück, so daß man eher von einjährigen Gastspielen in der höheren Liga sprechen kann. 1999 konnte Vadim Höhn, schon früher Mitglied des SC Villingen und zwischenzeitlich für Donaueschingen im Einsatz, für das erste Brett gewonnen werden, so daß die Mannschaft in den folgenden Jahren mehrmals den 2. Platz in der Landesliga erreichte, jedoch nicht aufsteigen durfte. Erst in der Spielzeit 2002/2003 gelang es, den Hauptkonkurrenten Donaueschingen zu besiegen und den Sprung in die Verbandsliga zu schaffen, aber schon nach einem Jahr fand man sich in der Landesliga wieder. Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr 2005 gelang nun der erneute Aufstieg; die Spieler unter Mannschaftsführer Dietmar Klostermann fühlen sich stark genug, diese erneute Herausforderung zu bestehen.

Nachdem die zweite Mannschaft über viele Jahre in der Bereichsliga gekämpft hatte, glückte 2004 der Aufstieg in die Landesliga, so daß 2004/2005 zwei Villinger Mannschaften in dieser Liga spielten. Die Zweite beendete die letzte Spielzeit mit einem mittleren Tabellenplatz und Mannschaftsführer Thomas Burggraf sieht voller Hoffnung in die Zukunft, zumal die zweite Mannschaft über einige Spieler verfügen kann, die zumindest zeitweise schon in der ersten gespielt haben und dadurch Erfahrung aus der Landesliga mitbringen.

Unsere Zweite: Waldemar Burau, Michele D´Acunto,
Peter Siegert, Eduard Klostermann, hinten: Jakov Hrusc, Anton Bachl, Thomas
Burggraf, Heinz Weber
Die dritte Mannschaft, die es auch in früheren Jahren schon gegeben hatte, aber keinen Bestand hatte, weil es immer wieder Schwierigkeiten bereitete, die Mannschaft vollzählig zu bekommen, wurde 2004 in der Absicht aufgestellt, auch den jugendlichen Spielern eine Möglichkeit zu bieten, sich in Verbandsspielen zu bewähren. Auch die dritte Mannschaft erreichte in der Spielzeit 2004/2005 einen mittleren Tabellenplatz. Nach Karl Sartor hat Rudolf Thiemke die Aufgaben eines Mannschaftsführers übernommen.
Die Senioren-Mannschaft
behauptet seit Jahren im Bezirk Schwarzwald eine führende Rolle; wenn es
ausnahmsweise mal nicht zur Meisterschaft reichte, weil die Konkurrenz aus St.
Georgen zu stark war, erhob sie zumindest Anspruch auf den zweiten Platz. 1997
wurde sie in der Besetzung Siegfried Ketterer, Hans Schneider, Hermann
Schneider und Walter Jock durch einen Sieg über Emmendingen sogar südbadischer
Meister. Allerdings scheiterte sie gerade in den letzten Jahren mehrmals an der
SG Kehl/Offenburg, deren Spielstärke daran zu ermessen ist, daß sie bereits
mehrmals Badischer Mannschaftsmeister der Senioren wurde.
Zur Zeit stehen 14 Senioren
für die beiden Mannschaften zur Verfügung, die von den Mannschaftsführern Anton
Bachl und Rudolf Thiemke betreut werden. Vor Rudolf Thiemke hatte Karl Sartor
die zweite Seniorenmannschaft geführt. Erfreulich ist, daß in der Spielzeit
2004/2005 sich insgesamt neun Seniorenmannschaften an der Badischen
Senioren-Mannschafts-Meisterschaft im Bezirk Schwarzwald beteiligen, sicher ein
Zeichen für die Vitalität unserer schachspielenden Senioren.
Die Jugendarbeit im Schachclub Villingen hat eine lange
Tradition. Schon beim Neubeginn 1946 engagierte sich dafür besonders Leopold
Bächle (1906-1981), später waren es der langjährige Vorsitzende und jetzige
Ehrenvorsitzende Hans Schneider und der Villinger Walter K.F. Haas (1926-2000),
die durch Schachkurse und Veranstaltung von Jugendturnieren junge Schachspieler
für das königliche Spiel gewinnen konnten. Aus dieser Jugendarbeit gingen
Spieler hervor, die später zu den stärksten Spielern der Region zählten. Auch
an Schulen und Gymnasien wurde ein Schachtraining angeboten, an dem viele
Kinder und Jugendliche aus Villingen und Umgebung teilgenommen und dabei nicht
nur das Schachspiel erlernt haben, sondern auch Gemeinschaft unter Gleichaltrigen
fanden.
Zur Zeit wird eine Kooperation zwischen dem Schachclub
und Villinger Schulen vom Badischen Sportbund gefördert. Im Rahmen dieser
Kooperation führt der SC Villingen ein regelmäßiges Schachtraining durch, das
mit der Prüfung zum Bauern-, Turm- oder Königsdiplom des Deutschen Schachbundes
abschließt. Zusätzlich bieten wir jeden Freitagnachmittag in der
Volkshochschule am Münsterplatz ein offenes Training für Kinder und Jugendliche
an, an dem sie mit jeder Spielstärke teilnehmen können, ohne weitere
Verpflichtungen einzugehen. Insgesamt haben im letzten Schuljahr mehr als 30
junge Schachspieler durch das Training ihre Spielstärke erheblich gesteigert.
Das Training wird geleitet von Mitgliedern des SC
Villingen, die beim Badischen Sportbund eine C-Trainer-Lizenz erworben haben,
so daß ein effektives und systematisches Vorgehen gewährleistet ist. Neben dem
Erwerb der Diplome des Deutschen Schachbundes ist es möglich, beim SC Villingen
die Prüfung für das Deutsche
Schachsportabzeichen abzulegen. Die Teilnahme an Schulschach-Turnieren, durch
großzügiges Entgegenkommen der Schulleitungen möglich geworden, brachte den
jungen Schachspielern und Schachspielerinnen nicht nur erste Erfolge, sondern
auch Anerkennung und Motivation.