Schach spielen – eine geistige Meisterleistung

Wer sich erstmal durch den Dschungel der Schachregeln (z. B. Aufbau der Figuren) durchgekämpft hat und neben den Zugregeln der Figuren weiß, was „en passant schlagen“ und „rochieren“ bedeutet, muss sich zwei Regeln ganz besonders auf die Fahne schreiben: „Berührt heißt geführt“ und „Losgelassen ist gezogen“. Kurz, wer eine Figur anfasst, muss mit dieser auch seinen nächsten Zug machen, bzw. wird eine Figur nach einem Zug losgelassen, darf sie nicht mehr bewegt werden. Das hört sich banal an, aber selbst Groß- und Weltmeister stolpern im Eifer des Gefechts bisweilen noch über diese grundlegenden Dinge.

Wie fange ich denn jetzt an?
Die wohl quälendste Frage für jeden Schach-Anfänger. Man hat verstanden, was offene, halboffene und geschlossene Systeme sind, aber nach den ersten zwei, drei Zügen verlässt einen das Gedächtnis. Der Eröffnung des Schachspiels werden zehn bis fünfzehn Züge zugeordnet. Da heißt es auswendig lernen und üben, üben und noch mal üben. Um ein guter Schachspieler zu sein, muss niemand 1.000 oder mehr Eröffnungen auswendig können. Es reicht, sich auf ca. zehn der meistgespielten zu konzentrieren und viele Varianten davon zu studieren. Neben den Anfängen mit „Weiß“ ist es unbedingt empfehlenswert, auch die jeweiligen „Verteidigungen“ zu studieren. Es hat sehr viele legendäre Schachpartien gegeben, bei denen Großmeister gegen ihre eigenen Eröffnungen verloren haben.

Und wie geht’s weiter?
Auch hier heißen die Zauberwörter Übung und Praxis. Auf der einen Seite muss man natürlich versuchen zu verstehen, was der Gegner plant, auf der anderen Seite darf man auch seine eigene Angriffsstrategie nicht aus den Augen verlieren. Wer nur auf die Züge des Gegners reagiert, verliert meist. Im sogenannten Mittelspiel ist es notwendig darauf zu achten, dass die eigenen Figuren auf dem Brett gut entwickelt sind (Eröffnungsregeln beachten) und zusammenspielen (Deckungen aufbauen). Je mehr Figuren am eigenen Spiel beteiligt sind, umso stärker ist die eigene Truppe, denn auf dem Schachbrett tobt eine Schlacht.

Und am Schluss?
Wenn weder in der Eröffnung noch im Mittelspiel ausreichend Vorteile herausgearbeitet werden konnten, um die Partie für sich zu entscheiden, dann heißt es „Kämpfen bis zum bitteren Ende“ und das kann dauern. Viele Partien gehen so über 100 oder mehr Züge. Es ist sehr wichtig, zu wissen und zu üben, wie man mit welchen Figuren den König des Gegners „schachmatt“ setzen kann. Sehr viele „König + Bauer(n)“ sind bis ins letzte Detail analysiert.

Generell ist Schach ein Spiel des Denkens, aber auch des guten Gedächtnisses.