Schach-Strategie 3: Der Weg zum Sieg in der Partie

Es gibt sie immer wieder, solche Sensationsnachrichten wie „10-jähriger schlägt Großmeister des Schach“ oder „Weltmeister übersieht Schachmatt in zwei Zügen.“ Woran liegt das? Ganz einfach: Erstens sind Schachspieler, egal wie gut und erfolgreich, auch nur Menschen und machen Fehler. Zweitens gibt es immer wieder neue, junge Schachspieler, die eben in gewissen Situationen doch ein wenig cleverer sind. Strategien, die überall standardmäßig beschrieben werden, gibt es zuhauf. Da gibt es z. B. die berühmten Opfer, vom Bauern- bis zum Damenopfer und in allen Variationen. Täuschung, Ablenkung, die ganze Palette der Taktiken militärischer Schlachten in allen erdenklichen Situationen, und eigentlich müsste der beste Schachspieler doch immer auch darauf kommen. Tut er aber nicht. Denn er kann auch nicht alles kennen, wissen und sich jederzeit daran erinnern. Computer schon, deshalb sind sie auch seit mittlerweile über 30 Jahren nicht mehr zu schlagen.

Welche die beste Strategie ist, um gegen einen menschlichen Schachspieler zu gewinnen, das kann wohl niemand genau beantworten. Ganz sicher ist jedenfalls, dass bestimmte Strategien, die eben nichts mit dem typisch Nachlesbaren und Erlernbaren zu tun haben, der Schlüssel zum Erfolg sein müssen.

Kreativität ist gefragt

Je besser ein Schachspieler ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er alle Standard-Varianten einer Eröffnung kennt und ebenfalls die besten Züge, um danach sein Mittelspiel zu entwickeln. Das sind dann z. B. so spannende Partien, bei denen nach dem 20. Zug ein Remis vereinbart wird. Spannend wird es also immer erst dann, wenn Kreativität und neue Wege ins Spiel kommen. Außerdem können „unerwartete“ Züge den Gegner aus seinem Konzept bringen. Nicht vergessen: „Die Zeit läuft immer mit.“

Was wäre der beste nächste Zug meines Gegners?

Viele Schachspieler, auch sehr gute, konzentrieren sich irgendwann in einer Partie oft nur noch auf ihr eigenes Konzept, um den Gegner in die Enge zu treiben. Dabei ist gerade die Zeit, in der der Gegenspieler nachdenkt, wie geschaffen dafür, sich mal in seine Position zu versetzen und für ihn den besten nächsten Zug zu suchen. Das kann einen vor so mancher unerwarteten Attacke schützen.

Auf die mentale Stärke kommt es an

Auch wenn das Gegenüber noch so viele Partien mehr gewonnen oder Punkte im ELO-Ranking hat, das Ziel in einer Partie muss immer „gewinnen“ sein. Nicht ein Unentschieden ist ein Erfolg und noch weniger „gut verlieren“. Mentale Stärke zeigt sich auf dem Schachbrett in jedem einzelnen Zug. Das merkt der Gegner sofort.